Astrattu oder einfach Tomatenmark

Um 1 kg fertiges Astrattu zu gewinnen benötigt man 30 kg Tomaten! Das heißt, man braucht einen Topf der mindestens so groß ist, dass man fast selbst hinein sitzen kann. So etwas habe ich natürlich nicht, daher nehme ich nur ein paar Kilo Tomaten.
Die Tomaten werden gewaschen, und mit etwas Salz unter gelegentlichem umrühren etwa eine Stunde gekocht, so lange, bis die Menge deutlich reduziert ist. Die gekochten Tomaten werden dann durch eine „Flotte Lotte“ gedreht um die Schalen und die Kerne zu entfernen.
Nun streicht man entweder den Tomatenbrei auf ein großes Holzbrett oder auf ein Steingutgeschirr, dass hier extra dafür hergestellt wird. Der Unterschied zwischen einem Holzbrett und dem Steingut ist der, dass das Holz das Wasser absorbiert und den Tomatenbrei quasi trocken legt. Das Ergebnis ist dann ein etwas körnigerer Astrattu. Beim Steingut, wo das Wasser verdunstet und die in der Tomatenflüssigkeit noch enthaltenen Geschmackstoffe somit im Tomatenmark verbleiben, ergibt eine glattere Masse mit einem süßeren Geschmack. Und so sieht das dann aus:
Die Tomatensoße wird gleichmäßig auf ein Holzbrett aufgestrichen
Die Tomatenmasse braucht jetzt einen sehr sonnigen Platz und sollte von Zeit zu Zeit „gerührt“ werden, um eine gleichmäßige Trocknung zu erreichen. Am Abend sollte das Brett ins Haus gestellt werden, damit die nächtliche Feuchtigkeit den Trocknungsprozess nicht nachteilig beeinflusst.
Das Tomatenmark ist fertig, wenn es ziemlich fest und dunkelrot geworden ist, dass dauert ungefähr eine Woche unter sizilianischer Sonne.
das fast fertige Tomatenmark
Dann werden die Hände eingeölt, um in die Teigähnliche Masse das Öl einzukneten. Diese Masse bleibt dann noch ein paar Tage im Kühlschrank, damit diese Prozedur noch ein paar Mal wiederholt werden kann. Es muss aber sichergestellt sein, dass der Teig derweil nicht austrocknet.
Nun füllt man das fertige Tomatenmark möglichst blasenfrei in Gläser ab und bedeckt es mit einem Salz gefüllten Stoffbeutel. Diese Kombination aus Öl in der Masse und ein Salzbeutel auf dem Glas ist ein hervorragendes Konservierungsmittel. Nun kann das Astrattu für mehrere Monate an einem kühlen Ort oder im Kühlschrank aufbewahrt werden:
Astrattu oder einfach Tomatenmark
Das Tomatenmark ist nicht vergleichbar mit dem aus der Tube. Der Geschmack ist viel intensiver und die Soßen und Gerichte die damit zubereitet werden, erhalten den typischen südländischen Touch. Mir schmeckt das Astrattu auch ganz einfach auf einer Scheibe frischem Brot mit ein paar Scheiben Gurke oben drauf.

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