Campingregeln für Sizilien

Campingregeln für Sizilien. Inoffizielle Regeln die nicht im Campingführer stehen.

Sizilianer sind von Haus aus Gastfreundlich. Jedoch sollte man sie nicht verärgern, denn es gibt ein paar Regeln die nicht unbedingt im Campingführer* stehen, die aber trotzdem beachtet werden sollten.

Nach dieser ganzen Lockdown-Geschichte zieht es die Menschen wieder raus aus dem Haus und am Besten weit weg ans Meer. Wohnmobile und Camper sind schon lange ausgebucht, denn jeder hegt den gleichen Gedanken – einfach nur weg*!

Campingregeln für Sizilien

Wie üblich sind die italienischen Regelungen kompliziert und nicht eindeutig. Die Regeln fürs Campen* und Zelten* wurden an die Gemeinden und Naturparks delegiert mit dem Ergebnis, dass jede Region andere Regelungen hat.

Das Campen oder Zelten auch Biwak genannt, wird bei Wiktionary auch als „Lager im Freien, in Hütten oder Zelten (vor allem von Soldaten oder Bergsteigern)“ definiert. Daraus lässt sich schließen, dass es sich um ein kurzfristiges verweilen an einem Ort handelt.

Campen bis der Wohnwagen eingewachsen ist, dass geht nur auf privatem Grundstück

Beim Bergsteigen* bedeutet es einen nächtlichen Halt, der im Verlauf von Aufstiegen gemacht wird, die sich über mehr als einen Tag hinziehen. Das Zelten in mitgebrachten Zelten dient entweder zur Übernachtung oder zum Schutz vor schlechtem Wetter.

Unter Camping hingegen versteht man ein eingerichtetes Gelände, auf dem Zelte aufgeschlagen oder Wohnwagen /Wohnmobile aufgestellt werden können, um den Aufenthalt der Camper zu erleichtern. Bleiben wir aber bei der Bezeichnung Camper für einen Biwakierer.

Wichtigste Regel

Die wichtigste Regel und auch einzige offizielle Regel für Sizilien lautet: In den ausgewiesenen Bereichen, wo Biwakieren außerhalb von Campingplätzen möglich ist, ist der Aufenthalt für einen Zeitraum von maximal 24 aufeinanderfolgenden Stunden erlaubt. Danach muss man mit seinem Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt weiter ziehen.

Man kann sich natürlich auch auf nicht ausgewiesene Plätze stellen. Meistens drücken die Carabinieri ein Auge zu, außer es hat sich jemand beschwert.

Inoffizielle Regel

Da sucht man sich abends ein schönes Plätzchen, am Besten am Meer. Man kann noch in aller Ruhe seinen Grill* raus ziehen, ein Gläschen Wein oder ein Fläschchen Bier genießen und auf das ruhige Meer hinaus schauen. Wenn man morgens aufwacht und das blaue Meer vor sich hat, da wähnt man sich schon fast im 7. Himmel.

Abends war alles ruhig und man ist der Meinung ein optimales Plätzchen gefunden zu haben. Morgens beim Blick aus dem Fenster ist die Hölle los. Badegäste kommen einer nach dem anderen angefahren und ein sizilianischer Sommertag am Meer nimmt seinen Lauf. Es könnte passieren, dass man eingeparkt wird und so schnell nicht mehr weg kommt.

Oder man hat sich vor die Nase des Wohnhauses eines Einheimischen gestellt, so dass dieser am Morgen anstatt „seines Meeres“ nur noch ein Wohnmobil sieht, dann ist für ihn der Spaß vorbei. Denn Wohnmobile können heute von der Größe ja ein Ausmaß von einem Einfamilienhaus annehmen.

Wie man im Bild unten sieht, stellen sich die Camper nicht längs zum Meer, sonder quer. Die Badegäste können nicht mehr parken und dem angrenzenden Bewohnern hat man den Blick verstellt.

Campen in Gruppen und in Zweierreihen, außerhalb von ausgewiesenen Campingzonen und noch direkt am Badestrand, kommt nicht gut an

Das kann einen Sizilianer ziemlich auf die Palme bringen, vor allem, wenn man sich nicht am frühen Morgen wieder von dannen macht. Denn das ist meistens nicht der einzige Camper der dort parkt. Es ist oft ganz verrückt, aber was ein Camper als einen „guten Platz“ befindet, dass tun komischerweise alle.

Hat der Camper dann gefrühstückt und weil es grad so schön ist, dann verbringt man noch den restlichen Tag am Strand und zieht erst am Nachmittag weiter. Meistens dauert es nicht lange bis der nächste kommt und meint ein schönes Plätzchen gefunden zu haben. Der stellt sich wieder direkt vor die Nase des Einheimischen. Der neue Camper weiß ja nicht, dass eben sein „Vorgänger“ abgefahren ist.

Die Lösung

Vor allem in der Hochsaison gilt, wenn Häuser direkt am Strand gebaut sind oder es nach Badestrand aussieht und der Bereich nicht extra als Campingstellplatz* ausgewiesen ist, dann sollte man nicht direkt davor parken. Es gibt meistens auch Stellen, nur ein paar Meter weiter, wo man niemanden stört und genau so gut für eine Nacht oder sogar noch den ganzen Tag bleiben kann.

Bei Uneinsichtigkeit

Einheimische sind gastfreundlich und helfen auch gerne, aber wenn das Fass voll ist, dann wehren auch sie sich. Das kann zum Beispiel geschehen, indem sie die Luft aus den Reifen* lassen und wenn es ganz schlimm kommt, dann rufen sie auch die Carabinieri. Die Luft aus den Reifen zu lassen scheint zwar kontraproduktiv zu sein, aber sie haben dann ihren Spaß dabei und schauen zu wie der Störenfried sich abmüht.

Verhält man sich als Camper angepasst, dann kann es auch passieren, dass man abends zu einem Gläschen Wein eingeladen wird.

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