Ein Fest zur Erinnerung an Manfredi von Trinacria

Manfredi von Trinacria wurde in Catania geboren. Er war der viertgeborene Sohn von Friedrich III. von Aragon, König von Sizilien, und Eleanor von Anjou.

Wie das früher  bei den Reichen und Mächtigen so war, heiratete man eine Person nur, um entweder seinen Besitz zu vergrößern oder seine Macht. Manfredi von Trinacria wurde bereits im zarten Alter von fünf Jahren in Athen „investiert“. Das heißt, er wurde zum Herrscher des Herzogtums Athen ernannt.

Leider konnte Manfredi sein Reich aber nie besuchen, da er viel zu früh starb.

Im Jahr 1317 besuchte er Trapani und vergnügte sich mit seinem Pferd. Wild wie alle Kinder mit 11 Jahren, trieb er sein Pferd durch die Landschaft ohne zu ahnen, dass auch ein Ritt mit dem Pferd gefährlich werden könnte. Er stürzte vom Pferd, verletzte sich schwer und starb. Das war am 09. November im Jahr 1317.

Da seine Überreste in Trapani in der Kirche San Domenico verblieben, findet jedes Jahr zum Gedenken an Manfredi eine mittelalterliche Prozession statt.

Um 17 Uhr sollte der Umzug mit Musik und in Kostümen des 13. JH beginnen. Aber es ist nicht möglich mit einem Sizilianer pünktlich zu sein. Es macht aber auch nichts, denn schließlich findet der Umzug auf Sizilien statt und wenn alle so „pünktlich“ sind wie wir, dann kommen wir 1,5 Stunden später trotzdem noch rechtzeitig zum Umzug! So kann ich noch bequem Bilder machen, wie sich der Festzug durch die engen Gassen von Trapani schlängelt:

Begleitet von Musik und Fahnenschwinger:

Und wie ich da so meine Fotos mache, werde ich von einem Mann beobachtet. Er grinst mich an und fragt mich ohne Umschweife, ob ich denn verheiratet wäre! 😀 Um mir längere Diskussionen zu ersparen, oder dass er mir dann noch  an den Fersen hängt, sage ich sicherheitshalber „ja“. Ich frage ihn, ob er denn jemanden zum heiraten suche? Seine spontane Antwort war ebenfalls „Sí“ ! Damit ich auch später noch was für mein persönliches Vergnügen habe, mache ich noch ein Foto von dem Burschen, er hat es mir ausdrücklich erlaubt:

Der ganze Festzug bewegt sich in Richtung Corso Vittorio Emanuele. Hier versammeln sich alle Teilnehmer und Besucher. Ein Redner erzählt, was die Hintergründe des Festes sind.

Da die Überreste von Manfredi in der Kirche San Domenico aufbewahrt werden, setzt sich der Festzug nach seiner Rede in Richtung Kirche fort. Die Überreste Manfredis sind in Trapani verblieben, da diese Kirche eine königliche Kirche war und auf dem höchsten Punkt Trapanis erbaut wurde.

Die Kirche wurde mehrmals restauriert und erweitert und ist daher ein Mix aus Gotik und Barock, mit sage und schreibe 10 Seitenkapellen. Also einmal einen extra Besuch wert:

Vor der Kirche präsentieren sich die einzelnen Gruppen:

Bei den Ständen, die man im Hintergrund sieht, werden Gerichte aus dem Mittelalter angeboten, wie Erbsensuppe, rustikales Brot und gegrilltes Fleisch.

Das Fest insgesamt dauert drei Tage, ob es aber wirklich nur das Gedenken an Manfredi ist, oder einfach die Lust am Feiern, dass überlasse ich den Trapaneser.

 

 

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