Santa Caterina ist eine Anstrengung wert

Santa Caterina ist eine Anstrengung wert. Diesen Berg auf Favignana bezwingt man besser im Frühling oder Herbst.

Santa Caterina ist eine Anstrengung wert

Das ist mein Ziel heute, die Burg Santa Caterina auf Favignana:

Kann man es erkennen, diese kleine Burg am Horizont? Jawohl, das ist heute mein Ziel! Ich will den Berg hinauf und mir die Burg mal von der Nähe anschauen und natürlich vom Berg runtergucken.

Ich mache mich auf den Weg, ausgerüstet mit Wasser und Vesper, denn da oben gibt es nix. Es ist ein Tag im Januar, das Wetter ist schön und ideal für einen Ausflug auf einen Berg. Unterwegs sehe ich am Wegesrand schon die ersten Blumen blühen…

…und ich bin total motiviert, nach dieser Tour noch den Weg auf die andere Seite des Berges zu gehen, zur Seite „Punta Sottile“, der hier abzweigt:

Ich genieße die Aussicht, die mit jedem Schritt anders wird und setze mich auf eine Bank die in der Mauer eingearbeitet ist. Die Sicht auf die Insel Levanzo, den Hafen und das Ex Stabilimento delle Tonnare di Favignana kann man nun wunderbar sehen.

Eins ist inzwischen klar, für Fußkranke oder Menschen mit einem schwachen Herzen ist der Aufstieg nicht gedacht! Da bin ich auf einer Höhe von über 750 Metern geboren und aufgewachsen und jetzt schwitze ich wie ein Tier in meinem winterlichen Wollpullover.

Ich denke an meine aberwitzigen Vorhaben, heute noch auf die andere Seite von Favignana wandern zu wollen. Ich komme mir vor, als würde ich auf den Mount Everest klettern. Dabei handelt es sich gerade mal um eine Höhe von 314 Meter, auf der die Burg steht. Es scheint ein Weg ohne Ende zu sein, daher muss ich mich immer mal wieder umschauen und die Aussicht genießen:

Langsam erreiche ich mein Ziel

Endlich, die Burg ist zum Greifen nahe. Die Burg wurde im 9. Jahrhundert als Wachturm erbaut, später schützte sie die Insel vor den Angriffen der Sarazener. Im Jahr 1655 wurde sie umgebaut und diente fortan als Gefängnis. Im Zweiten Weltkrieg allerdings wurde sie zur Verteidigung genutzt und dann verlassen und dem Verfall preisgegeben. Schade, denn es ist wirklich eine imposante Burg, aber leider ist die Gleichgültigkeit gegenüber kulturellen Bauwerken nicht nur auf Sizilien, sondern in ganz Italien, ungebrochen. Mystisch sieht sie aus, mit den dunklen Wolken dahinter:

Endlich angekommen, erschrecke ich fast vor dieser monströsen Antenne! Verschandelt wirklich den schönen Flecken hier:

Aber die Aussicht ist einfach einzigartig! Ein Blick über die vordere Hälfte von Favignana bis zum letzten Zipfel, also dem Punta Marsala…

So, und jetzt umdrehen und ein paar Schritte gehen, dann hat man eine geniale Aussicht auf die hintere Hälfte von Favignana und auf die Insel Marettimo im Hintergrund. Wenn man genau hinschaut, dann kann man sogar den Leuchtturm am Punta Sottile sehen.

Es gibt sogar einen Fußweg, um auf diesen Teil der Insel, von der Burg aus zu gelangen, aber mir ist der zu unbefestigt, sieht aus wie Trampelpfad von Tieren.

Das Betreten der Burg ist verboten. Sie ist inzwischen viel zu baufällig, als dass es noch empfehlenswert wäre, hineinzugehen. Es gibt auch nichts Interessantes zu sehen, Reste vom Militär und sonstiger Müll:

Der Aufstieg lohnt sich also nur, um runter zu gucken und viele schöne Bilder zu machen. Auch für Mountainbiker* ist die Strecke nicht zu empfehlen, da die Wege alle paar Meter Stufen haben. Für den Aufstieg habe ich 50 Minuten gebraucht, schön bequem und immer mal wieder ein Päuslein für ein paar Bilder*.

Ich setze mich vor die Burg und essen mein Vesper und genieße dabei die Aussicht auf Favignana. Dann noch einen Blick auf das, was mich jetzt erwartet – der Abstieg:

Für den Abstieg brauche ich 40 Minuten, schneller zwar, geht aber ganz schön in die Waden. Tatsächlich mache ich anschließend noch eine Wanderung auf die hintere Seite der Insel und lasse den Tag gemütlich in einer Bar ausklingen.

Favignana ist einfach eine Reise wert*!

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