Handwerker und so…

Ein guter deutscher Freund von mir, ich muss dazu sagen, er ist kein so ein Italien-Fan wie ich, sagt mir immer: „Die Sizilianer bescheißen gerne, dass nervt mich.“ Ich habe mich dagegen immer gewehrt und „meine“ Sizilianer und Italiener verteidigt. Es gibt bisher auch keinen Grund mich zu beschweren, bis vor ein paar Tagen.

Ich hatte mal wieder Stromausfall – wie nervig! Doch dieses Mal hat es mir nicht nur die Sicherung der Alarmanlage verbrutzelt, sondern auch den Regulator der Wasserpumpe und dabei hat es den Schlauch, der von der Zisterne zur Pumpe geht, gesprengt. Das heißt, ich war vier Tage ohne Wasser.

Der Fachmann der die Sanitäranlagen im Haus installiert hatte war einfach nicht erreichbar. Hinterher hat sich dann heraus gestellt, dass sein Handy kaputt war.

Jedenfalls wird ein anderer Sanitärfuzzi in der Not engagiert, der sich nach drei Tagen endlich die Mühe gemacht hat vorbei zu kommen. Er kommt schon mal ohne Werkzeug an, tauscht den Schlauch aus, wofür er ein Stück von meinem Gartenschlauch abschneidet, als Ersatz für den kaputten Schlauch. 15 Minuten später ist er fertig! 50€ bitte!!! Ich muss drei mal nachfragen, ob ich mich auch nicht verhört habe. Ja, 50€ schwarz auf die Hand. Das macht 200€ in der Stunde! Ich rege mich so auf, denn das Tollste ist nämlich, dass es nicht funktioniert. Das merke ich, als ich dann unter der Dusche stehe, klar nach vier Tagen ohne Wasser da wird’s mal wieder Zeit zum duschen! Aber ich hätte ihm auf Grund seiner Arbeitsweise, schon nicht trauen dürfen.

Ich denke sofort an meinen Freund und muss leider Gottes auch meine Ansicht zum Thema „bescheißen“ etwas anpassen. Es sind sicher nur wenige Ausnahmen, die sich so benehmen und den Ruf der Mehrheit ruinieren – schade drum!

Jedenfalls wird meine Wasserpumpe dann von meinem „Haus und Hof“ Installateur repariert, inklusive neuem Pumpenregulator, zweimaliger Anfahrt und einer Stunde Arbeitszeit, Kostenpunkt 80€. Es geht also.

Dann macht plötzlich mein Auto so komische Geräusche. Also mal wieder in die Werkstatt, aber dieses Mal zu der Werkstatt, die für das Elektrische an einem Auto zuständig ist. Wie ich bereits in meinem Post „Ein Jahr auf Sizilien, ein Resümee“, geschrieben habe, muss man für jedes Problem am Auto in eine andere Werkstatt gehen.

Also Motorhaube auf und der Fachmann hört sich das an, er sagt, dass man das Auto sofort reparieren muss, ich soll es gleich da lassen. Das ist mal was neues, meine Erfahrungen waren in der Vergangenheit eindeutig andere. Er sagt, in zwei Stunden kann ich das Auto wieder abholen. Es war genau 12 Uhr mittags.

Mein Bekannter sagt, da gehen wir um 15 Uhr wieder hin. Ich sage, dass reicht nicht, der macht sicher auch Mittagspause. Was macht man, wenn man einen Dickkopf-Bekannten hat, man fährt um 15 Uhr hin – und? Werkstatt ist zwar offen, aber keiner da und mein Auto sieht bei Gott nicht so aus, als könnte ich es gleich wieder mitnehmen. Von irgendwoher ruft jemand, vor 15 Uhr ist niemand da. Da wir auf Sizilien sind sage ich, in dem Fall ist niemand vor 16 Uhr da.

So kommen wir um 18 Uhr wieder. Mein Auto steht immer noch aufgebockt da. Ich denke mir, oh je, dass sieht nach Problemfall aus! Da man hier ja nur im seltensten Fall neue Teile kauft, geht auch der Mechaniker zum Schrotthändler und holt sich den Flüssigkeitsbehälter für die Servolenkung dort. Da mein alter Golf aber noch aus einer deutschen Baureihe stammt und weit und breit keiner einen Golf, produziert in Deutschland, auf dem Schrottplatz hat, wurde das Ersatzteil kurzerhand angepasst. Alles in Allem waren es vier Stunden Arbeitszeit, inklusive Ersatzteil vom Schrottplatz und das Austauschen der durch deutsches Streusalz verrosteten Schrauben (so sagt der Mechaniker), bezahle ich 45 Euro und zwischenzeitlich ist es 20 Uhr.

Der Mechaniker schämt sich sogar etwas, weil er wohl seiner Meinung nach „soviel“ verlangt und rechtfertigt es mit seinen ganzen Aufzählungen. Ich bemühe mich meine überschwängliche Freude etwas zu unterdrücken, ich will schließlich nicht den Preis versauen. Sage ihm aber trotzdem, dass es in Ordnung ist.

Eins ist ganz klar, es gibt wie überall, weiße und schwarze Schafe. Bisher waren die schwarzen Schafe mit denen ich zu tun hatte, eindeutig in der Minderheit.

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