Hausgemachter Wein

Heute zeige ich mal, wie man seinen eigenen Wein mit einfachen Mitteln selbst herstellen kann, denn es ist mal wieder soweit, der Sommer neigt sich dem Ende zu und die Trauben sind reif. Mein Freund war schon fleißig und hat die Trauben hinter seinem Haus geerntet. Da sein Hausmacher-Wein im letzten Jahr wirklich sehr lecker war, möchte er auch in diesem Jahr seinen Wein wieder selber machen.

Körbeweise Arbeit wartet da auf mich

Ich soll ihm helfen, die Trauben von den Stielen zu pulen. Am Ende stehe ich mehr als drei Stunden da und pule und pule… Aber, dass ist mit ein Grund, warum der Wein so lecker wird. Hier werden die Stiele und das Kleinvieh nicht gemostet so wie in den großen Weinkellereien, sondern nur die Traube.

und das ist mein Arbeitsplatz für die nächsten Stunden…

Ein weiteres wichtiges Detail ist, nicht in der prallen Sonne die Trauben saften da der Wein sonst sofort zu gären beginnt. Dazu würde ein einziger Tropfen ausreichen, der schon zu gären begonnen hat um den ganzen Gärprozess des restlichen Mostes in Gang zu setzen. Würde der Gärprozess sofort beginnen, dann hätte man keine Möglichkeit mehr, den Wein zu modifizieren. Das heißt unter anderem, ist die Traube nicht süß genug, dann kann man mit getrockneten Feigen nachhelfen, um einen höheren Alkoholgehalt zu erreichen. Ist der Alkoholgehalt nämlich zu niedrig, dann kann der Wein schnell zu Essig werden. Sollte das der Fall sein, dann ist es wichtig, den Wein in kleinen Behältern zu ca. je fünf Liter abzufüllen, um den Luftanteil im Behälter niedrig zu halten, damit kein Essig daraus wird.

Wein herstellen ist wirklich eine Wissenschaft für sich, was hier am Ende herauskommen wird, dass ist ein leckerer nicht aromatisierter Landwein.

So, jetzt geht’s aber los! Jeder weiß, dass Sizilianer ihre Tomatensoße zuhause machen. Dazu wird eine elektrische „Flotte Lotte“ benutzt und genau diese werden wir einsetzen, um den Trauben den Saft zu entlocken:

Ist der Traubensaft endlich im Fass, dann muss dieser für mindestens 30 Tage ruhen. Wichtig ist, dass man während dieser Zeit den Traubensaft immer schön kühl hält, wenn man keinen Keller hat, oder keinen ausreichend kühlen Keller, dann kann man das auch so machen:

Mit einfachen Kühlakkus wird der Wein gekühlt – und es funktioniert tatsächlich.

Der Traubensaft beginnt recht schnell zu arbeiten, dass heißt, er gärt und blubbert leise vor sich hin:

Noch ist es eine trübe Brühe und sieht eher unappetitlich aus, sie verlangt nach etwas Phantasie, um darin einen leckeren Wein erkennen zu können. Auch hier schwimmt eine Feige, aber nicht wegen der fehlenden Süße, sondern wegen dem gewissen Extra!

Sobald der Gärprozess abgeschlossen ist, wird die Flüssigkeit klar. Ist es dann soweit, dann kann man mal probieren, dass wird nach etwa 30 Tagen der Fall sein. Nun muss man die Hefe und die Übrigbleibsel der Trauben, die sich am Boden abgesetzt haben, über einen Schlauch von oben absaugen. Dieser Prozess ist ganz wichtig, denn wenn man das nicht tut, dann sieht der Wein zwar toll aus und schmeckt auch gut, aber seine Nase sollte man nicht unbedingt tief ins Glas hängen, denn der Wein stinkt dann etwas nach Gülle. Hört sich eklig an, aber ich weiß grad nicht, wie ich den Geruch besser beschreiben sollte. Wer es bis hier her geschafft hat, der hat mit Sicherheit einen leckeren Novello geschaffen. Nach weiteren 8 -10 Tagen, ist der Wein dann endgültig fertig.

Die Sizilianer sagen: Bis St. Martin ist jeder Most zu Wein geworden.

Aber, wer früher anfängt, der ist auch früher fertig und so sieht das Ergebnis aus:

Ein klarer Weißwein – dann mal Prost!

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