Kapern

Ich liebe Kapern, diese kleinen salzigen Knospen mit dem unbeschreiblichen Geschmack. Ob in Soßen, Salaten, auf der Pizza, im Gemüse, ich finde immer eine Verwendung dafür.

Eigentlich ist die Zeit für die Kapernernte schon vorbei, eigentlich, wenn da nicht noch die Kapernäpfel wären. Die eigentliche Kaper ist die ungeöffnete Blüte der Pflanze. Ich habe hier mal den Reifeprozess in einer Reihenfolge hingelegt. Von links nach rechts, kommt zuerst die Kaper, dann die Kaper die kurz vor der Öffnung der Blüte steht, dann die Kapernblüte. Die schöne Blüte blüht nur von morgens bis nachmittags, wenn sie verblüht ist, dann wächst aus dem langen Bommel aus der Blütenmitte der Kapernapfel oder Kapernfrucht:

So ist der Werdegang, von der Kaper zum Kapernapfel

Und die Kapernfrucht ist mein Objekt der Begierde. Mir scheint, als ob die Sizilianer die Kapernäpfel gar nicht kennen. Gut so! Denn zu meinem Glück waren noch ganz viele Kapernäpfel zu finden und ich habe so viele gepflückt wie in den Hut gingen. Das war also meine Ernte, ein halbes Kilo Kapern und Kapernäpfel:

Ein Hut voll Kapernäpfel und Kapern

Kapern wachsen hier auf dem kargen Boden und man kann sie schon von weitem sehen:

Karger Boden, aber hier fühlen sich die Kapern wohl

 

So sieht die Pflanze von der Nähe aus:

Kapernstrauch aus der Nähe mit Blüte und Kapern

Wenn man genau hinschaut, dann kann man vor der Blüte die Kapern sehen, dort tanzen auch noch ein paar Ameisen drauf herum.

Kapern sind ja direkt von der Pflanze gepflückt, ungenießbar. Daher muss man die frischen Kapern zuerst einen Tag an der Sonne trocknen lassen, bis sie welkig sind und anschließend werden sie in einem Glas in Salz eingelegt. Dann muss man sie 10 Tage lang täglich drehen, damit auch überall das Salz die Flüssigkeit aus den Früchten ziehen kann. Nach 10 Tagen wird das Wasser, dass sich gebildet hat, abgegossen und wieder frisches Salz hinzu gegeben. Nach weiteren 10 Tagen des drehen und wenden der Kapern, wird wieder das entzogene Wasser abgegossen. Dann werden sie drei Tage in der Sonne getrocknet. Hierbei trocknet das Salz, welches zuvor aufgelöst-flüssig noch an der Frucht war, wieder an. Nun sind die Kapern salzig-gedörrt und für ca. zwei Jahre haltbar.

Nach 24 Tagen sehen die Kapern dann so aus:Die fertigen Kapern werden in einem Glas aufbewahrt

Ich muss aber zugeben, dass sind noch nicht meine Kapern. Meine sind noch im „salzigen-dörr-Prozess“. Diese hier habe ich vor kurzem von einer Bauersfrau auf Favignana gekauft. Da die Kapernernte normalerweise im Frühjahr ist, kann man einen Monat später die Frauen am Straßenrand antreffen, wo sie unter ihren Sonnenschirmen sitzend, auf Kunden warten.

Es ist schon ein bisschen Arbeit, bis die Kapern verzehr fertig sind, daher kostet auch hier so ein Glas 7,50 €. Aber die Kapern sind jeden Cent wert.

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