Le Minne di Sant’Agata

Le Minne di Sant’Agata. Die Brüste der Heiligen Agata sind Tradition gewordene Kuchen in Brustform.

Auf Sizilien und insbesondere in Catania gibt es einen Kuchen in Form einer kleinen Brust, der Cassatella di Sant’Agata oder auch direkt Minna di Sant’Agata genannt. Es ist sicherlich nicht der einzige brustförmige Kuchen in der italienischen Tradition, aber ich möchte heute bei den Minne der Sant’Agata bleiben. Denn der Tag der Heiligen Agata ist eines der wichtigsten Feste im Februar auf Sizilien und an diesem Tag werden gerne die Minne gebacken, gekauft und verschenkt.

Wie üblich gibt es zu traditionellen Gerichten meistens mehrere Geschichten, je älter die Tradition, desto mehr Geschichten gibt es dazu. In Catania wurde festgehalten, dass die Minne das Ausstehen der Brüste von Demeter darstellen sollen, da sie selbst als die Muttergöttin galt. Es wird angenommen, dass die Minne später zu Ehren der Heiligen Agata von Catania verwendet wurden.

Die Geschichte der Sant’Agata von Catania

Wer aber war diese Agata? Aus dem Mittelalter gibt es eine Legende, die besagt, dass ein Mädchen namens Agata aus Catania einen örtlichen Präfekten abwies der um ihre Hand angehalten hatte. In der damaligen Zeit starker religiöser Verfolgung blieb die Zurückweisung der jungen Frau nicht ungesühnt. Sie wurde inhaftiert und gefoltert, ihr wurden die Brüste abgeschnitten. Einer Überlieferung zufolge wurden ihre Wunden vom Heiligen Petrus gepflegt, was erneut Zorn entstehen ließ. Den verschmähten Präfekten erzürnte das so, dass er Agata über heiße Kohlen und Scherben schleifen ließ. In Folge dessen starb Agata am 05. Februar 251.

In Catania ist die Heilige Agata für viele die Schutzpatronin, außerdem soll sie bei Ausbrüchen des Ätna beschützen und bei Brusterkrankungen helfen. Dies geschieht am besten über den direkten Weg des Verzehrs ihrer Minne. Daher werden sie in Catania auch das ganze Jahr über in Bäckereien verkauft.

Mir erschließt sich allerdings nicht, welche Wirkung der Verzehr von Kuchen-Brüsten haben soll. Ich jedenfalls habe sie als Geschenk für einen Weiberhelden zum Geburtstag gebacken. Mir war nicht wichtig, dass hier etwas Bestimmtes durch den Magen geht, sondern durchs Hirn. Vielleicht helfen die Minne auch in diesem besonderen Fall, so ist jedenfalls meine Hoffnung.

Minne selber backen

So viele Geschichten, die es um die Entstehung dieser Tradition gibt, so viele verschiedene Rezepte gibt es dazu. Das einzige, was alle gemeinsam haben, das ist der Nippel aus einer kandierten Kirsche und die Füllung aus Ricotta-Käse mit kandierten Früchten. Dabei muss der Ricotta-Käse unbedingt aus Schafsmilch bestehen.

So werden sie gemacht

Für die Minne werden Förmchen benötigt, die oben abgerundet sind, damit sie eine Brust darstellen. Selbst im westlichen Sizilien war es schwierig diese Formen zu finden, daher habe ich diese konischen Formen* verwendet und innen mit Alufolie ausgelegt. Mit dem Ergebnis war ich jedenfalls zufrieden.

Zutaten für 6 Minne-Paare

Für den Mürbeteig

Für die Füllung

Für den Zuckerguss

Zubereitung

Den Ricotta-Käse in ein Sieb geben und über ein paar Stunden im Kühlschrank abtropfen lassen. Anschließend durch ein Sieb streichen, um Klümpchen zu vermeiden.

Alle Zutaten für den Mürbeteig zusammen kneten und ruhen lassen.

Die kandierten Früchte klein schneiden und mit dem Ricotta, den Schokotropfen und den anderen Zutaten mischen. Ich habe an Stelle von Orangeat, den ich leider nicht im Geschäft gefunden habe, einfach ein paar kandierte Kirschen verwendet. Ich finde, die geben der Füllung eine „blutige Farbe“ und machen die Brüste noch etwas skurriler (es war schließlich ein Geschenk für einen Mann 😉 ).

Jetzt den Mürbeteig dünn ausrollen und die eingefetteten Förmchen damit auslegen. Den Ricotta-Käse in die Förmchen füllen, aber etwas Abstand zum Rand lassen, da sich die Füllung beim Backen ausbreitet und den Boden abheben würde. Den Boden fest an den Teigrand drücken und mit einem Messer einstechen, damit die entstehende Luft beim Backen entweichen kann.

Die Kuchen bei 180 °C ca. 25 – 30 Minuten backen.

Für den Guss die Zutaten mischen und so lange aufschlagen, bis eine cremige, weiße Masse entstanden ist. Auf die noch warmen Minne den Guss mit einem Pinsel auftragen und wenn der Guss getrocknet ist, je eine halbe kandierte Kirsche als Nippel aufsetzen.

Übrigens, immer darauf achten, dass man eine gerade Anzahl an Minne backt, denn schließlich sollen diese paarweise auftreten.

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