Italienische Gesten

Italienische Gesten. Kein echter Italiener kann ohne Gesten sprechen, das liegt aber nicht daran, dass ihnen die Worte fehlen.

Italiener sind bekannt dafür, dass sie mit Händen und Füßen sprechen, das macht die Sprache auch so lebendig und die Italiener deshalb vielleicht auch so sympathisch. Das ist nicht so stocksteif, wie man das von manch einem Deutschen gewöhnt ist, hier macht nicht nur der Ton die Musik, sondern die Gesten das Gespräch.

Italiener sprechen ohne Punkt und Komma, in einer Lautstärke, die wir Deutschen als schreiend und streitend empfinden, aber zum Sprechen gehören bei Italienern auch wichtige Gesten dazu, die man auch ohne italienisch Kenntnisse* verstehen sollte. Schließlich ist es wichtig zu wissen, ob man von einem Italiener Prügel zu erwarten hat.

Ti picchio – jetzt gibt es Prügel

Ti ammazzo! – Ich bringe dich um!

Wenn es hart auf hart kommt, dann ist es wichtig, wenn man diese Geste kennt. Da will sich der Italiener nämlich nicht selbst in die Hand beißen, weil er sein Hinterteil nicht erreicht, nein, er will dich nur umbringen!

Die mildere Variante wäre einfach, man soll verschwinden oder einfach – hau ab!

Vattene! – Hau ab!

Zu Gesten gehören auch immer die entsprechenden Gesichtsausdrücke. Wenn man aber in der entsprechenden Stimmung ist, dann setzt man meistens schon automatisch den richtigen Gesichtsausdruck auf. Wichtig sind nur die Gesten, die ein Ausländer beim Lernen von Italienisch noch zu lernen hat und die ist schwieriger als mancher Satzbau. Vor allem, weil deutsche Hände diese lässigen Bewegungen nicht drauf haben, die ein italienisches Kind mit der Muttermilch aufsaugt.

Die Handbewegungen kommen den Italienern so locker aus dem Handgelenk, da könnte man manchmal meinen, dass wir aus dem Norden mit steifen Handgelenken geboren werden.

Che dici? – Was sagst du?

Wenn ein Italiener, mit dem, was man sagt, nicht einverstanden ist, oder es einfach als Schwachsinn ansieht, dann kommt oftmals diese Handbewegung

Italiener sind aber keineswegs gewalttätig. Es gibt auch gut meinende Handzeichen wie zum Beispiel „ti incrocio le dita„, was im Deutschen etwa dem „Ich drücke dir die Daumen“ entspricht.

Dass aber hingegen unsere Körpersprache bei den Italienern genauso falsch ausgelegt werden können wie umgekehrt, das hat mir neulich mein Besuch in der Konditorei gezeigt.

Da stehe ich am Tresen und stütze meine Hände in die Hüften, weil ich noch am Ãœberlegen bin, was ich nun für eine Torte kaufen soll und außerdem nicht weiß, was ich gerade mit meinen Händen tun soll. Vor mir steht der Verkäufer und schaut mich mit großen Augen an. Dann lege ich los mit …also… als ich meinen Satz mit dem Wunsch nach einer Geburtstagstorte* beende, da fasst sich der Italiener mit der Hand ans Herz und sagt: „Jetzt bin ich aber froh, dass du nur eine Torte möchtest, ich hatte schon Angst, das du dich beschweren möchtest.“

Ich muss lachen und sage ihm, dass unsere Sprache mit den Händen eine andere ist, als die der Italiener, das bestätigt er mir dann lachend und sichtlich erleichtert.

Diese Gesten sind ein Bruchteil dessen, was ein Italiener tagtäglich benutzt und sind keinesfalls vollständig. Eine Fortsetzung wird also folgen.

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