Olivenbäume veredeln

Olivenbäume veredeln. Mit ein paar Handgriffen lassen sich die besten Oliven am schlechtesten Baum ernten.

Manchmal habe ich ja schon Lust mir ein landwirtschaftliches Grundstück mit Olivenbäumen oder Weinreben zu kaufen. Ich finde es einfach faszinierend, was unter der sizilianischen Sonne alles wächst. Jedenfalls genau das, was mir am besten schmeckt. Wenn es sich ergibt, dann gehe ich gerne mit meinen befreundeten Landwirten hinaus auf deren Land und lasse mir zeigen, was ich noch nicht weiß. Jetzt habe ich die Gelegenheit zu lernen, wie man Olivenbäume veredelt.

Olivenbäume veredeln

Pino hat ein Stück Land geerbt, auf dem einige verlassene, zum Teil abgebrannte und verkümmerte Olivenbäume stehen. Im Prinzip sind noch alle lebendig, aber dadurch, dass sie jahrelang vernachlässigt wurden, ist auch ihr Ertrag auf ein Minimum gesunken oder gar ganz ausgeblieben, da sie einfach verwildert sind. Man reist jetzt keinen Olivenbaum oder Strunk raus, der schon mehrere Hundert Jahre unter seine Baumrinde hat. Wenn der Stamm gesund ist, dann lohnt es sich immer, den Olivenbaum hochzupäppeln und neues Leben einzuhauchen. Die beste Zeit dafür ist im Herbst, nach der Olivenernte.

Pino hat, als er das Grundstück sein Eigen nennen konnte, erst einen Herbst abgewartet, um zu sehen, welcher Baum welche Sorte von Oliven hervorbringt. Das ist zwar keine Bedingung, denn man kann jede Sorte von Oliven auf jeden Olivenbaum* aufpfropfen, so wie das bei den Weinreben auch möglich ist, aber er macht halt seine Arbeit mit Leidenschaft und ohne hudeln*.

Triebe vorbereiten

Ich habe in dem Beitrag, welche Arbeit ein Olivenbauer hat, bereits gezeigt, wie man Oliven noch veredeln kann. Diese Möglichkeit ist aber etwas vom Wetter abhängig. Wenn der Sommer zu trocken ist, dann kann diese Möglichkeit auch schiefgehen, so wie in diesem Sommer. Daher veredelt Pino jetzt seine Olivenbäume auf eine andere Art und diese stelle ich heute vor.

Um Olivenbäume zu veredeln, reicht ein einziges Blatt. Hier nimmt Pino aber nicht jedes X-beliebige, nein, es muss eins von einem Wassertrieb sein. Wassertriebe sind die, die senkrecht an einem Ast in den Himmel wachsen.

Wie Pino die Blätter zuschneidet, damit er sie für die Veredelung verwenden kann, ist im nachfolgenden Video zu sehen.

Ausgeschnittenes Blatt einbringen

Das vom Wassertrieb ausgeschnittene Blatt wird jetzt in den eigentlichen Ast des Olivenbaumes eingebracht. Dafür schneidet Pino ein „T“ in den Ast und schiebt das Blatt hinein. Anschließend wird es festgebunden, damit es sich mit dem Ast verbinden kann und festwächst.

So sieht es also aus, wenn einem abgebrannten Olivenbaum neues Leben eingehaucht wird.

Das wird einmal die Ernte sein

Jetzt heißt es abwarten und hin und wieder kontrollieren. Wenn alles gut gegangen ist und auch einige Zeit vergangen ist, dann wird das einmal die Ernte sein, Nocellara di Belice, so heißt die Olivensorte, die Pino für das Veredeln der Oliven ausgewählt hat.

Das ist doch mal ein Ansporn selbst Olivenbäume sein Eigen zu nennen. Was man aus Oliven noch alles machen kann, außer das Weltbeste Olivenöl, das sind eingelegte Oliven, Olivensalat und im Anschluss daran leckere Gericht mit Oliven und natürlich dem Öl.

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