Sizilien brennt!

Sizilien brennt! Leider kommt es immer wieder vor, dass Feuer gelegt werden.

Gleich vorweg – Sizilien ist schön und man kann hier wirklich gut leben. Aber ich will ja nicht nur schöne Bilder posten, sondern auch über das tatsächliche Leben hier schreiben. Daher erzähle ich auch diese Story.

Wir machen uns gestern, also genau am 22.07.2017 auf den Weg nach San Vito Lo Capo, um mit einer Umweltorganisation zu sprechen die uns helfen soll, ein Problem zu lösen. In San Vito Lo Capo* findet gerade eine 5-tägige Veranstaltung statt, auf der die Umweltorganisation einen Stand hat.

Wir kommen erst spät los, da der Stromversorger mal wieder den Strom abgestellt hat um eine Leitung zu reparieren. Egal, wir fahren trotzdem los. San Vito Lo Capo ist berühmt für seinen sehr breiten und feinsandigen Strand mit seinem karibisch-blauen Wasser. Es liegt, wie der Name schon sagt auf einem Kap und ist nur über eine Straße erreichbar.

Schon von weitem ist das Feuer zu sehen

Wir sehen schon von weitem, dass der Himmel orange ist, dass bedeutet Feuer. Als wir uns dem Berg, der ca. 10 km vor San Vito Lo Capo* liegt nähern, sehen wir – alles brennt!

Brennender Berg bei Custonacci

Wir überlegen uns umzudrehen, aber als wir näher kommen, sehen wir die Straße ich passierbar, dass Feuer ist nicht ganz so nah wie es zuerst ausgesehen hat. Wir passieren das brennende Inferno spüren aber deutlich die Hitze im Auto. Es ist wirklich gruselig!

Irgendwo brennt es immer

Wir sind es ja gewohnt, dass immer irgendwo mal ein Feuerchen brennt, ein Weinbauer zündet seine organischen Abfälle aus dem Weinbau an, oder es entzündet sich von selbst, oder aber Brandstiftung.

So erging es mir auch einmal, als ich von meinem Garten auf dem Rückweg nach Hause war, als plötzlich nach einer Kurve Meter hohe Flammen über die Leitplanken bis auf die andere Straßenseite schlugen. Mir blieb aber nichts anderes übrig als durch die Flammen hindurch zu fahren, denn umzudrehen war viel zu gefährlich. Die Sizilianer fahren wie die Idioten und auf dieser kurvigen Straßen lebensgefährlich.

Der Polizist auf der anderen Seite des Feuers zeigte mir den Vogel weil ich durch das Feuer fahre. Das die Polizei aber die Straße auf beiden Seiten absperrt, auf die Idee kommt niemand. Die stehen nur da und gucken.

Der Rückweg

In San Vito Lo Capo angekommen, können wir unsere Sachen erledigen, bekommen Unterstützung zugesagt, trinken noch etwas und machen uns auf den Rückweg.

Kaum aus dem Ort heraus stehen wir in einer Kilometer langen Schlange – Stau! Wir warten und informieren uns. Die Straße ist gesperrt. Das Feuer lässt keinen mehr durch. Es sind hunderte von Fahrzeuge unterwegs die aus dem Ort heraus fahren wollen.

Es ist bereits 0:30 Uhr, wir kehren um und sehen am Ortseingang, dass die Polizei bereits die Fahrt aus dem Ort heraus sperrt. Der Polizist erklärt, wir sollen in San Vito Lo Capo warten, er gibt keine andere Straße. Das Feuer unter Kontrolle zu bringen dauert. Wir sollen es in einer Stunde nochmal versuchen aus dem Ort zu fahren.

Also warten wir am Straßenrand. Ein Passant informiert uns, die Straße ist wieder frei, inzwischen ist es 1:40 Uhr. Es ist schwierig ein Foto zu machen, schließlich ist es schon dunkel und das Feuer ist so großflächig, dass das, was auf dem Foto zu sehen ist, nicht das zeigt wie es wirklich ist. Aber man sieht deutlich, wie nahe das Feuer ist:

Überall brennt es!

Die Art und Weise wie diese Feuer zum Teil gelegt werden ist wirklich furchtbar. Es gibt Methoden wie diese, dass über ein Tier Benzin gegossen wird. Das arme Tier wird angezündet und dann lässt man es durch die Berge rennen. Allein der Gedanke ist schockierend und einfach furchtbar. Es macht aber mal wieder deutlich, welch üble Blüten die Geldgier treibt.

Auf einer Geopolitischen Hompage ist eine Karte veröffentlicht, auf der die Gebiete eingezeichnet sind, wo die bestimmten Mafiagruppen regieren:

i mandanti di cosa nostra 820

Wer sich für mehr interessiert: http://www.limesonline.com/i-mandamenti-di-cosa-nostra/53794

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