Technik aus vergangenen Zeiten – die Turmuhr von Trapani

Man kann sagen was man will, früher haben sie schon tolle Sachen gebaut, dann kam eine Phase in der sie die schönen Sachen wieder ruiniert haben und heute gibt man wieder elends viel Geld dafür aus, die Reste zu erhalten.

In Trapani wurde 1596 über der „Porta Oscura“ (das dunkle Tor), welches im 14. Jahrhundert die Grenze der befestigten Stadt von Trapani war, eine Sonnenuhr und eine Monduhr oben drauf gebaut. Es sind aber keine normalen Uhren, sondern die Monduhr ist eine astronomische Uhr.

Die Obere Uhr stellt die Sonnenuhr dar und die untere die Monduhr:

Hier sieht man gut die beiden Uhren über dem Tor

Was man hier auch gut sehen kann, dass ist der Pfusch beim Anbau des nebenstehenden Gebäudes, da wurde einfach über die Ziffernblätter gebaut. War wohl die Phase, in der sie die schönen Dinge wieder ruiniert haben. Was man aus der Weite auch gut sehen kann, dass ist die das Schattenloch in dem sich die Uhr nun befindet. Weit weg von jedem Sonnenstrahl und somit nicht mehr funktionsfähig.

Nochmal die Uhren aus der Nähe

So funktionieren die Uhren, wenn sie nicht so ein armseliges Schattendasein haben würden:

Sonnenuhr

Wenn man das Foto größer macht, dann kann man zwei Zeiger erkennen, ein Zeiger hat eine Sonne an der Spitze und der andere Zeiger eine Lilie. Der Zeiger mit der Sonne zeigt die jeweiligen Tierkreiszeichen an, außerdem die Tagundnachtgleichen und die Sonnenwenden und damit den Wechsel der Jahreszeiten.

Der Zeiger mit der Lilie zeigt die Uhrzeit an, aber 24 Stunden und keine 12 Stunden. Da muss der Zeiger nicht zwei mal rum laufen für einen Tag, sondern nur einmal um alle 24 Stunden angezeigt zu haben.

Die Kardinalzeichen sind diejenigen Tierzeichen, die zu Beginn jeder Jahreszeit stehen:

1 der Widder zeigt den Frühling an,
2 der Löwe den Herbst,
3 der Krebs markiert den Übergang zur Sommersonnenwende,
4 und der Steinbock markiert die Wintersonnenwende.

Monduhr

Die astronomische Monduhr wurde aus Marmor gebaut, welcher aus einem Steinbruch aus Valderice stammt, einem Ort in der Nähe von Trapani. Das große Loch in der Mitte stellt den Planeten Erde dar, der blaue Steinrand stellt den Himmel dar.

Die Mondscheibe zeigt gegen den Uhrzeigersinn alle Phasen des Mondes, vom Anfang bis zum Ende an und der Sekundenzeiger markiert die 29 Tage 12 Stunden und 44 Minuten und 3 Sekunden des Mondes.

Dabei werden die acht Phasen des Mondes so dargestellt:

Ausgangspunkt: Neumond (oder Neumondphase)
Tag 26: Zunehmender Mond
Tag 23: Erstes Quartal
Tag 19: Mond nach Neumond
Tag 15: Vollmond (oder Vollmondphase)
Zwischen dem 11. und 12. Tag: Mond vor Neumond
Tag 8: Letztes Quartal
Tag 4: Abnehmender Mond

Ähnliches Foto

Bild: https://slideplayer.org

Hier nochmal die Uhren als Zeichnung, da kann man die Mondphasen auf der unteren Zeichnung genau sehen.
Hier nochmal die Uhren als Zeichnung, da kann man die Mondphasen auf der unteren Zeichnung genau sehen.

 

Mondkalender

Der Mondmonat oder synodische Monat ist die Periode, die der Mond verwendet, um einen kompletten Zyklus von Phasen abzuschließen. Sie beträgt etwa 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 3 Sekunden und ist nicht gleich der Umlaufzeit des Mondes um die Erde (2 Tage kürzer), da sich die Erde inzwischen um die Sonne dreht. Mondkalender basieren auf dem Mondmonat: Sie haben abwechselnd Monate von 29 und 30 Tagen, d.h. ein Jahr von 354 Tagen (wenn das Jahr ein Schaltjahr ist, muss für die Monate März bis Dezember die Summe um eine Einheit erhöht werden).

Sonnenkalender

Sonnenkalender hingegen basieren auf dem Kalenderjahr (oder Tropenjahr), das etwa 365 Tage dauert. Während des Mondmonats gibt es: 14 Tage des wachsenden Mondes (erstes Viertel), d.h. wenn er sich auf den Vollmond zubewegt und die beleuchtete Seite nach rechts zeigt; 1 Tag des Vollmonds (Vollmond); 14 Tage des abnehmenden Mondes (letztes Viertel), d.h. wenn er sich auf den Neumond zubewegt und die beleuchtete Seite nach links; 1 Tag des Neumonds (Neumond), in dem er unsichtbar ist, weil er von der Erde verdeckt ist.

Wie bereits geschrieben, der Gedanke einst beim Bau dieser Uhren war genial. Heute leider nur noch eine Erinnerung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.