Wildes sizilianisches Gemüse

Laut einer Studie von 2016 leben die Italiener am Dritt längsten in Europa. Sie kommen also nach den Spaniern und den Schweizern, die an erster Stelle stehen. Klar, die Schweizer haben ein ruhiges und gesundes Leben zwischen und auf ihren Bergen. Die Spanier und Italiener essen viele Sardinen und Rosmarin gehört zum Speiseplan, was anscheinend zu einem langen Leben beiträgt. Nicht außer Acht lassen darf man den Cafè oder das Gläschen Wein, nachmittags in der Bar. Entspannung pur bei einem Schwätzle mit dem Nachbarn.

Was es in unserer Ecke, dem westlichen Teil von Sizilien aber auch noch gibt, außer leckere, frische Sardinen, dass sind Kräuter und Gemüse die wild hinterm Haus wachsen und sicherlich ihren Beitrag zu einem langen Leben leisten.

Da gibt es neben dem Borretsch und der Brennnessel noch den wilden Fenchel, im Sommer auch einen super scharfen Ruccola. Ein typisches sizilianisches Gemüse ist der Qualeddro, ähnlich einem Blattspinat, der ebenfalls wild wächst. Was aber sehr besonders und auch sehr beliebt ist, dass ist der wilde Spargel.

Es ist ja nicht so, dass nur wir „hinters Haus“ gehen und Gemüse und sonstiges Essbares holen, nein, da machen sich noch jede Menge andere Leute auf die Suche. Neulich wollte mein Freund auf dem eigenen Grundstück Spargel fürs Mittagessen holen, da waren plötzlich auch noch zwei Typen da. Sie raunzten meinen Freund an und sagten: „Nun haben wir uns den ganzen Winter über mit dem Spargel von hier versorgt und jetzt willst auch noch du kommen?“ Mein Freund antwortete darauf nur, wenn ich nicht komme, dann kommt mein Vater, schließlich ist es unser Grundstück! Mal gucken, ob wir die nochmal sehen.

Die Pflanze sieht aus wie der Zier-Asparagus, den man sich auch ins Wohnzimmer stellen kann. Asparagus heißt ja auch nix anderes als Spargel, nur macht der Asparagus im Wohnzimmer kein Gemüse.

Also, dass ist der wilde Spargel:

Wilde Spargelpflanze

und so sieht es aus, wenn ein Spargel daran wächst:

Spargel einer wilden Spargelpflanze

und so sieht es aus, wenn wir hinterm Haus wieder vor kommen:

Spargelstangen, unsere Ernte

Dann stellen wir uns in die Küche und bereiten die Spargel zu. Dafür werden die Spargel in kleine Stücke gebrochen und die harten Enden entfernt, gewaschen und tropfnass mit etwas Öl in eine kalte Pfanne gegeben. Durch das langsame erhitzen schmoren die Spargel noch ein bisschen im Wasser und werden anschließend leicht geröstet. In der Zwischenzeit werden ein paar Eier mit etwas Milch, Salz und ziemlich viel geriebenem Hartkäse verrührt und über die gerösteten Spargel gegossen. Eier stocken lassen und fertig ist mal wieder ein leckeres Essen:

Gerösteter Spargel im Eimantel, oder so ähnlich

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