Auf dem Rücken der Mura di Tramontana in Trapani spazieren

Einmal dem Trubel in Trapani entfliehen und etwas abseits von Geschäften, Bars und Touristen ein bisschen Geschichte erleben, das geht ganz einfach bei einem kleinen Spaziergang am Meer entlang.

Zahlreiche Bastionen und andere Befestigungsanlagen, die Teil der Stadtmauer zur Verteidigung der Stadt waren, zeugen von der bedeutenden militärischen Rolle, die Trapani im Laufe der Jahrhunderte spielte. Auf der Westseite befanden sich die Bastion Conca und die Bastion San Francesco. Der Bau der ersten ist auf das Programm zur Verstärkung der Stadtbefestigung gegen Piratenüberfälle zurückzuführen, das von Karl V. gewünscht und im 16. Jahrhundert vom Vizekönig Ettore Pignatelli umgesetzt wurde. Ein Großteil der Verteidigungsanlagen wurde vom Ingenieur Ferramolino aus Bergamo entworfen, der sich nicht nur um die Gefahr von Piratenüberfällen sorgte, sondern auch darum, die Stadt vor den neuen Kriegswaffen zu schützen: den Feuerwaffen.

Auf dem Rücken der Mura di Tramontana in Trapani spazieren

Start ist beim alten Fischmarkt über die „Mura di Tramontana“ am Meer entlang bis zum Torre di Ligny aus dem 17. Jahrhundert. Hier kann sogar auf der Geschichte gegangen werden, denn der Weg verläuft auf der Mura di Tramontana. Unterwegs trifft man auf Zeitzeugen wie die kaiserliche Bastion und weiter zur Festung Sant’Anna, bis man am äußersten Punkt von Trapani ankommt, dem Torre di Ligny.

Unterhalb der Stadtmauer befindet sich auch ein kleiner Strand, der gerne von den Einheimischen genutzt wird.

Kaiserliche Bastion Conca

Auf dem Weg zum Torre di Ligny trifft man zuerst auf die kaiserliche Bastion Conca, die von Karl dem V. von Habsburg im frühen 16. Jahrhundert erbaut wurde. Die Bastion thront auf dem äußersten Punkt einer Landspitze, die ins Meer hinein ragt. Also der Ideale Ort, um Trapani zu verteidigen.

Oft ist jedoch das Gittertor geschlossen, so wie auch bei meinem Besuch. Um weiter zur Festung Sant’Anna zu gelangen, muss man die Treppen nach unten steigen und den kurzen Weg durch die Häuser nehmen. Über die Viale delle Sirene gelangt man dann zur Festung Sant’Anna.

Bastion Imperiale oder Sant’Anna

Bei der Bastion Sant’Anna handelt es sich um ein antikes Wehrbauwerk, das Teil der Befestigungsanlage der Mura di Tramontana war.

Aber auch hier darf man nicht darauf hoffen, die Bastion von innen betrachten zu können. E scheint so, als ob sie von den Stadtoberhäupter vergessen wurde. Mehr als ein Foto von außen ist nicht drin. Die Türe sieht aus, als wäre sie seit Jahr und Tag nicht mehr geöffnet worden. Leider!

Trotzdem sollte man sich nicht davon abhalten lassen und den Weg weiter bis zum Torre di Ligny fortsetzen. Denn um den Torre die Ligny kann man herumlaufen. Auch wenn der Torre geschlossen sein sollte, kann man einen Blick auf die Felsen im Meer davor werfen. Denn hier treffen die beiden Meere, das Tyrrhenische und das Mittelmeer aufeinander.

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