Das Paolo Borsellino Museum in Marsala

Das Paolo Borsellino Museum in Marsala. Die Räume von gewichtigen Gegnern der Mafia zu besuchen, das ist schon ein besonderes Erlebnis.

Ein Museum stellt man sich im Allgemeinen in historischen oder zumindest feudalen Räumen vor, große Gebäude an besonderen Plätzen. Beim Paolo Borsellino Museum in Marsala sieht das etwas anders aus. Hier wurde das Museum direkt an Ort und Stelle des Geschehens eröffnet, nämlich im ehemaligen Justizpalast der Stadt Marsala.

Das Museum

In den ehemaligen Räumen, in denen einer der größten italienischen Richter, nämlich Paolo Borsellino sich dem Kampf gegen die Mafia widmete, gearbeitet hat. Die Räume sind noch genauso, wie sie im März 1992 Paolo Borsellino zurückgelassen hat. Mit den gleichen Möbeln, der gleichen Technik und dem gleichen Spirit.

Das Museum ist schnell besichtigt, wenn man sich schon ein bisschen mit der Geschichte der Mafia auskennt. Im Großen und Ganzen handelt es sich nur um zwei Räume. Das Sekretariat und nebenan das Büro von Borsellino. Die Möbel sind noch die gleichen wie damals. Auf dem Schreibtisch liegt sogar noch ein Päckchen der Zigarettenmarke, die Borsellino geraucht hat. Auf dem Schreibtisch noch ein Brandfleck einer Zigarette. Man sagt mir, dass Borsellino nie ohne Zigarette zu sehen war. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn auch der Schreibtisch dazu zeugt.

Im Sekretariat hängen Fotos, auf denen tatsächlich die Möbel zu sehen sind, die auch im Büro von Borsellino stehen. Das Sekretariat wird von Bildern geschmückt, die seinerzeit sicherlich noch nicht dort gehangen haben, aber heute eben das Museum ausmachen.

Paolo Borsellino

Paolo Borsellino arbeitet in dem Raum von August 1986 bis März 1992. In diesen Räumen arbeitet er also mehr als fünf Jahre lang und kann den ganzen Westen Siziliens mit seinen Untersuchungen abdecken. Hier befinden sich noch die originalen Dokumente der verschiedenen Prozesse.

Um sich auf den Maxi-Prozess vorzubereiten, wird Borsellino mit seiner Familie in die Fremdenherberge des Hochsicherheitsgefängnisses auf der Insel Asinara, eine der drittgrößten Inseln, die vor Sardinien liegt, transferiert. Hier kann Borsellino an den Beweiserhebungen für den Maxi-Prozess arbeiten. Im Maxi-Prozess werden später über 300 Mafiosi verurteilt.

Am 19. Juli 1992, nach einem Mittagessen mit Freunden, begibt sich Bosellino mit seiner Eskorte zur Via Mariano D’Amelio in Palermo, dort, wo seine Mutter lebt, als ein Fiat 126, der in der Nähe der Wohnung parkt, explodiert. Bei dieser Explosion werden Borsellino und andere der Eskorte getötet.

Einen sehr informativen Film über die Arbeit und das Leben von Paolo Borsellino gibt es auf Youtube, jedoch nur auf Italienisch.

Organisation und Öffnungszeiten

Das Museum wird unter der Aufsicht der Vereinigung „Otium” aus Marsala betrieben, einer Organisation, die sich der Förderung der Kultur und des historischen Gedächtnisses widmet. Der Eintritt ins Museum ist dank der Großzügigkeit der Freiwilligen der Vereinigung „Otium” kostenlos.

Um einen Besuch im Paolo Borsellino Museum zu buchen, wenden Sie sich bitte an die E-Mail-Adresse museoborsellino@gmail.com. Das Museum ist jeden Mittwoch und Freitag von 9:00 bis 13:00 Uhr geöffnet. Eine Besichtigung ohne vorherige Anmeldung ist nicht möglich.

Die Adresse lautet:

Tribunale di Marsala – 2. Stock, geradeaus und am Ende des Flurs rechts, dort die erste Türe rechts
Via del Fante, 50/A, 91025
Marsala (TP)

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