Ex Thunfischfangbetrieb Florio von Favignana und Formica

Ex Thunfischfangbetrieb Florio von Favignana und Formica. Ex Stabilimento Florio auf der Insel Favignana. Der große Fischfangbetrieb hinterlässt einen bleibenden Eindruck und sollte beim Besuch der Insel besichtigt werden.

Der ehemalige Fischfangbetrieb Florio gehört zu den bedeutendsten und bekanntesten Wahrzeichen auf Favignana. Es ist nicht nur ein beeindruckendes Gebäude, sondern Zeuge über die Geschichte des Thunfischfangs auf der Insel Favignana.

Heute ist es ein Museum, dass nicht nur eindrücklich und ausführlich über den Thunfischfang berichtet, sondern auch ein Ort, der Platz für Kunst bietet und Relikte archäologischer Funde ausstellt.

Das Museum Ex Stabilimento Florio von Favignana

Lange war die Fabrik dem Verfall preisgegeben, bis in den 90er Jahren die Region Sizilien sich um das Gebäude kümmert. Es wird aufwändig renoviert, ohne dabei Spuren der Vergangenheit zu verwischen. Die alten Boote die zu sehen sind, sind Zeitzeugen für die Mattanza, dem Thunfischfang und die Gerätschaften dazu.

Die lange Geschichte des Thunfischfangs

Der Thunfischfang spielt seit Urzeiten eine wichtige Rolle, wie die Graffiti aus der Jungsteinzeit in der Höhle von Genovese in Levanzo belegt, oder die Zeugnisse vieler griechischer und lateinischer Schriftsteller und die Darstellungen auf bedeutenden Gegenständen. 

Die Griechen fischten Thunfische, um sie den Göttern zu opfern. Davon zeugen die Darstellungen auf einigen kleinen schwarzfigurigen Vasen aus dem 6. und 5. Jahrhundert v. Chr., auf denen zwei Männer in einer rituellen Szenerie ihr aus dem Meer gefangenes Opfer zerlegen.

Bereits im zweiten Jahrhundert v. Chr. berichtet Oppianus, dass es Fallen aus Netzen gab, die so angebracht waren, dass sie eine Reihe von Gängen und Kammern bildeten, die einem Labyrinth ähnelten, in denen die Thunfische gefangen wurden.

Ab dem dritten Jahrhundert nach Christus kam es zu einem Rückgang der Fischerei, verursacht durch einen Rückgang der Thunfischbestände im Mittelmeer. Dennoch wurde in den Städten an der Küste Südfrankreichs und Liguriens regelmäßig Thunfisch gefischt, der nach dem Fang in Stücke geschnitten, gesäubert und in Salz eingelegt wurde.

Die Anwesenheit eines städtischen Zentrums mit Hafen und Salinen war daher ein grundlegendes Element für die Errichtung einer Thunfischfangstation. Der konservierte Thunfisch konnte von Seeleuten auf See oder von Fischern während ihrer Fangfahrten als Proviant verwendet werden.

Dauerausstellungen, Videoinstallationen und Wechselausstellungen

In der ehemaligen Umkleidekabine der Frauen ist heute eine Ausstellung mit Schwarz-Weiß-Fotografien von verschiedenen Künstlern zu sehen.

Im ehemaligen Laderaum befindet sich eine Videoinstallation, die ältere Arbeiter der Fabrik zu Wort kommen lassen.

In der „casa dell’ Olio“, der Raum, in dem die Thunfischdosen vor dem Verschließen mit Olivenöl gefüllt werden, stehen heute auf riesigen hölzernen Tischen Fischdosen in allen Größen und aus unterschiedlichen Zeiten.

Andere Räume, auch im ersten Stockwerk werden für temporäre Ausstellungen zeitgenössischer Künstler verwendet. Die mit ihren Werken ihre Sicht auf die Beziehung zur Welt des Meeres zum Ausdruck bringen.

Die Apotheke Poma-Rizza

Die Einrichtung dieser Apotheke stammt aus der Zeit Florios und geht auf das letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zurück. Ihre Realisierung wurde vom damaligen Inhaber Antonio Poma-Rizza bei den inhaftierten Tischlermeistern der Insel in Auftrag gegeben und erfolgte gemäß den Gepflogenheiten der Zeit aus edlem Holz.

Mattanza

Wenn die Thunfische durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer ziehen, um ihre Laichgründe aufzusuchen, werden die vorbeiziehenden Fischschwärme von den Fischern in ein System von Netzen getrieben. Die Netze bilden verschiedene Kammern durch die die Thunfische bis in die innere Kammer getrieben werden. Diese Kammer wird auch als Todeskammer bezeichnet, denn hier werden sie mit Enterhaken auf die Fischerboote gehoben und abgeschlachtet.“

Eindrücke vom Museum Ex Stabilimento Florio auf der Insel Favignana

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