Fischfangmethoden. Wer gerne Fisch isst, der interessiert sich oftmals auch dafür, wie der Fisch gefangen wurde.
Manchmal fragt man sich schon, warum ein einzelner Fisch, auch auf dem Fischmarkt, so teuer sein kann. Wenn man dann aber das Schild liest, oder den Angelhaken noch im Maul des Fisches entdeckt, dann wird oft klar warum.
In der EU wird alles geregelt, auch die Art, wie Fische gefangen werden dürfen. Ich will uns aber verschonen von der erlaubten Größe der Löcher in den Netzen und ähnlichem, sondern nur die verschiedenen Arten der Fischfangmethoden erläutern.
Bei meinem Fischhändler hängt an der Wand ein großes Schild, darauf werden die verschiedenen Fischfangmethoden erklärt werden und auf dem Preisschild steht, wie der Fisch gefangen wurde.




Grundschleppnetze – Sciabiche
Grundschleppnetze sind Fischernetze, die sich für geringe Tiefen eignen. Sie bestehen aus zwei langen Flügeln und einem Sack, die halbkreisförmig ins Meer abgesenkt werden und beim Vorwärtsbewegen Fische einfangen. Das Grundschleppnetz ist die in Italien am weitesten verbreitete Art. Sie wird zum Fang von Jungfischen verwendet.

Bild: https://www.savonanews.it/2019/03/19/leggi-notizia/argomenti/eventi-spettacoli/articolo/dimostrazione-di-pesca-alla-sciabica-a-finalmarina.html
Schleppnetze – Reti da traino
Bezeichnet ein System von Netzen, die Kegelförmig oder Pyramidenförmig sein können. Sie werden von einem oder manchmal mehreren Booten gezogen und fangen beim Vorwärtsbewegen Meeresorganismen ein.

Bild: https://www.nonnodondolo.it/content/sistema-a-traino
Stellnetze – Reti da imbrocco
Diese Netze werden an einem festen Standort oder an Strömungen ausgesetzt und verbleiben einige Zeit im Meer. Sie können senkrecht direkt an der Oberfläche, in mittlerer Wassertiefe oder am Meeresgrund ausgebracht werden. Meeresorganismen, die durch die Strömung angetrieben werden, verfangen sich in den Netzen.

Bild: https://it.chinafishingnet.net/fishing-net/gill-nets/bottom-set-gillnet.html
Umschließungsnetze und Fangnetze – Reti da circuizione e reti da raccolta
Umschließungsnetze sind Fischernetze, die, wie es der Name schon vermuten lässt, einen Fischschwarm umschließen. Es kann sich hierbei um ein Stellnetz handeln, dass kreisförmig ins Meer geworfen wird, oder um ein Netz, dass von unten den Fischschwarm umschließt und sofort eingeholt wird. So werden die Fische daran gehindert, nach unten zu entkommen.

Bild: https://www.greatitalianfoodtrade.it/pesca-con-reti-da-circuizione/
Haken und Langleinen – Ami e palangari
Das Angeln mit Haken ist eine der ältesten und simpelsten Methoden der Welt. Bei dieser Art des Angelns wird jedoch nicht nur ein Haken ausgeworfen, sondern eine ganze Reihe von Angelschnüren, an denen jeweils ein Haken befestigt ist. Diese können mehrere Kilometer lang sein. Die Fische werden durch natürliche oder künstliche Köder an den Haken angelockt.


Bilder: https://www.nonnodondolo.it/content/sistema-palangari
Dredgen – Draghe
Dredgen sind Schleppgeräte (eine Art Käfig), die zum Fang von Weichtieren, Muscheln, insbesondere Venusmuscheln, Messermuscheln und Herzmuscheln, verwendet werden, die auf dem Meeresboden liegen oder sich darin eingegraben haben.
Diese Schleppgeräte werden von Hand oder von Booten aus gezogen und dringen dabei in den Meeresboden ein, wo sie die Muscheln etc. aufnehmen. Da die Schleppgeräte aus Netzen bestehen, werden Sand und Schlamm wieder ausgespült. Es gibt unterschiedliche Formen dieser Dredgen.

Bild: https://www.nonnodondolo.it/content/sistema-draghe-meccanizzate
Reusen und Fallen – Nasse e trappole
Reusen und Fallen gehören zu den ältesten vom Menschen verwendeten Fischereigeräten. Das Fangsystem besteht aus einer sackförmigen Öffnung, die das Eindringen erleichtert, aber anders als bei den Dredgen das Entkommen der gefangenen Organismen verhindert. Denn die Öffnung der Falle oder des Korbes ist so konstruiert, dass die Fische zwar hineingelangen, aber nicht mehr hinaus können. Die Reusen können aus einem Metallgitter oder Holzlatten bestehen, die heute noch verwendeten Körbe sind aus geflochtenem Schilf.

Bild: https://catalogo.beniculturali.it/detail/DemoEthnoAnthropologicalHeritage/1800178459