Straßenhunde – einen Hund exportieren. Leider sieht man sie viel zu oft, die Hunde, die ausgesetzt werden und ziellos durch die Gegend Streunern.
Nicht nur auf Sizilien gibt es das Problem mit streunenden Hunden, sondern in vielen anderen Ländern auch. In meiner Gegend werden Straßenhunde in regelmäßigen Abständen eingesammelt, sterilisiert und kastriert und dann ins Tierheim gebracht.
Streunern begegnet man fast überall. Sie werden oft ausgesetzt, weil die Besitzer zu dumm oder geizig sind, ihre Hunde zu sterilisieren, oder weil es im Wurf Hündinnen gibt, die keiner will, oder der Vater der Welpen nicht die gewünschte Rasse vorweist. Es gibt viele Gründe, warum Hunde ausgesetzt werden.
Wie ich Pflegemutter eines Hundes werde
Als ich in diesem Jahr meinen ersten Tag am Strand verbringe und mein Auto auf dem Parkplatz abstelle, werde ich direkt von drei jungen Hunden belagert. Da ich das Problem mit diesen armen Kreaturen kenne, habe ich Futter und Wasser im Kofferraum. Bevor ich also mein Handtuch platziere, erst einmal die Hunde füttern und Wasser geben. Man glaubt es kaum, aber der Durst ist tatsächlich schlimmer als der Hunger.
Die Hunde sind noch jung und verspielt und freuen sich über die Kinder am Strand, die sie streicheln und mit ihnen spielen. Der kleinste und auch intelligenteste Hund hat es dabei wohl auf mich abgesehen. Er positioniert sich vor meinem Handtuch und wartet. Also Foto gemacht und in den Status von WhatsApp gestellt, weil er ja so süß ist.
Es dauert nicht lange und der Kleine hat einen Besitzer gefunden. Allerdings in Deutschland! Nun stellt sich die Frage: Was gibt es zu tun, um einen Hund zu exportieren?



Die Vorschriften für den Export von Hunden
Wenige Tage später stehe ich also mit dem Hund beim Tierarzt und bespreche, was man tun muss, um den Hund ins Ausland bringen zu können.
Grundvoraussetzung ist, dass man einen Wohnsitz in Italien haben muss. Hat man als Tourist einen Hund gefunden und würde ihn gerne mitnehmen, dann sollte man sich als Erstes darum kümmern, welche Person mit Wohnsitz in Italien für den Moment der Eigentümer des Hundes sein will. Findet man niemanden, so endet die gute Tat bereits hier.
Hat man aber doch jemanden mit italienischem Wohnsitz gefunden, dann muss die Tollwutimpfung erfolgen, die mindestens 21 Tage und nicht länger als 12 Monate zurückliegen darf. Die Tollwutimpfung kann erst bei Hunden, die älter als 12 Wochen (3 Monate) sind, durchgeführt werden.
Wer nicht so lange im Urlaub sein kann, um 21 Tage zu warten, der muss jemanden finden, der den Hund so lange nimmt, und das bin in diesem Fall ich!
Nachdem der Welpe also untersucht wird, wurde schnell festgestellt, dass er bereits fünf Monate alt ist und sofort gegen Tollwut geimpft werden kann.
Eine weitere Pflicht ist das Chippen des Hundes. Auch wenn in Italien eine italienische Adresse und eventuell ein anderer Halter eingetragen werden, so kann man das in Deutschland problemlos ändern lassen. Wichtig ist erst einmal, dass man den Hund außer Landes bringen kann. Das Chippen und die Tollwutimpfung müssen am selben Tag erfolgen, warum auch immer, aber sonst gibt es Probleme.
Der Reisepass für den Hund
Nach dem Chippen, das in der Regel der Tierarzt durchführt, braucht der Hund einen Reisepass. Dieser Pass wird für Hunde je nach Stadt und Region entweder im Tierheim ausgestellt oder in einem Veterinärbüro. Darüber kann aber der Tierarzt Auskunft geben.
Was hierbei zu beachten ist, dass der Reisepass vom Amt nicht vor Ablauf der 21 Tage ausgestellt wird. Außerdem muss dieser Reisepass vom Halter des Hundes unterschrieben werden. Also dem, der in dem Moment der Halter des Hundes ist und nicht der, der es einmal sein wird.
Wenn das erledigt ist, dann steht aus bürokratischer Sicht nichts mehr im Wege, um dem kleinen Findling ein neues Zuhause zu geben.
Was sonst noch zu beachten ist
Hunde, die inklusive Transportbox mehr als 8 kg wiegen, dürfen nicht in der Kabine fliegen. Für sie ist im Frachtraum ein eigenes Abteil vorgesehen. Da dies aber von Airline zu Airline unterschiedlich ist, unbedingt nachfragen. Einfacher für den Hund ist die Reise im Auto und mit der Fähre.
Die Kosten für den Tierarzt sind in Italien günstiger wie in Deutschland. Daher ist es ratsam, sämtliche Impfungen, die möglich und sinnvoll sind, gleich in Italien durchführen zu lassen.
Kosten auf Sizilien:
Chippen des Hundes: 30 Euro
Tollwutimpfung: 40 Euro (inklusive Voruntersuchung)
CEPPi Impfung: 30 Euro (inklusive Voruntersuchung)
(CEPPi-Impfstoff (oder DHPPi, manchmal auch als 7-fach-Impfstoff bezeichnet) schützt Hunde vor Staupe, infektiöser Hepatitis (verursacht durch das Adenovirus Typ 1), Parvovirose und Parainfluenza und bietet außerdem Schutz vor Atemwegsinfektionen, die durch das Adenovirus Typ 2 verursacht werden.)
Tablette gegen Läuse: 18 Euro
Tablette gegen Würmer: 15 Euro
In Deutschland dann nicht vergessen, eventuell die Adresse auf dem Chip ändern zu lassen und auch den Namen des Eigentümers.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass der Hund ein Streuner ist. Wer also einen gefundenen Hund aus Italien exportieren möchte, der müsste bei der Polizei anzeigen, dass er diesen Hund gefunden hat. Besser ist es, es gar nicht zu erwähnen, dass der Hund gefunden wurde, auch nicht beim Tierarzt, wenn man den nicht kennt, sondern einfach zu sagen, dass man ihn geschenkt bekommen hat. So hat man wenigstens ein Problem weniger.