Spezialitäten der Ortschaften im Gebiet von Trapani

Die Region von Trapani ist groß und bietet Urlaubern nicht nur kulturell sehr viel. Wer jedoch mehr Wert auf Essen, der sollte eine kulinarische Rundreise anstreben.

Gleich vorweg möchte ich die Spezialiäten der Stadt Trapani vorstellen, die Stadt, die auch der Region den Namen gibt.

Trapani

Pesto alla Trapanese: Eine kalte Sauce aus im Mörser zerstoßenem roten Knoblauch, frischem Basilikum, geschälten Mandeln, reifen Tomaten, nativem Olivenöl extra und Pecorino. Es unterscheidet sich komplett vom grünen Genueser Pesto.

Couscous alla Trapanese: Trapani ist die italienische Hauptstadt des Couscous. Im Gegensatz zur Fleischvariante aus Nordafrika wird der Grieß hier in der Couscoussiere (einem Tontopf) über einem intensiven, reichhaltigen Fischsud gedämpft und mit Meeresfrüchten serviert.

Rianata: Die traditionelle Pizza aus Trapani. Der Teig ist dick und weich, belegt mit Tomaten, viel Knoblauch, Sardellen, Pecorino, Petersilie und einer extrem großzügigen Menge Oregano. Riganu im sizilianischen Dialekt, wovon sich der Name der Pizza ableitet.

Granita mit Brioche: Auf Sizilien werden viele Sorten von Granite angeboten. Die Beliebtesten sind Gelsi, also eine Granita aus Maulbeeren, die Mandelgranita und natürlich eine Granita aus Pistazien. Wer genug hat vom typischen allerlei der Hotelbuffets, der sollte sich in eine lokale Bar setzen und morgens eine Granita mit einer warmen Hefe-Brioche mit tuppo, also dem extra Bobbel obendrauf, frühstücken.

Marsala

Marsala ist nicht nur berühmt für den Marsala Wein, hier gibt es einiges zu sehen was einen Urlaub enorm bereichert. Wassersportler kennen die Stagnone als das Highlight und Weinliebhaber den weltbekannten, bernsteinfarbenen und verfeinerten Likörwein, den besagten Marsala Wein.

Aber auch das Salz aus den Salinen von Marsala wird geschätzt und ist aus der sizilianischen Küche nicht wegzudenken.

Erice


Bekannt für die Genovesi, warme Mürbeteigtaschen gefüllt mit süßer Vanillecreme und Puderzucker, sowie feines Mandelgebäck.

In der Region Trapani gehören die Mostaccioli (lokal meist Mustazzoli genannt) untrennbar zum mittelalterlichen Bergdorf Erice.

Fündig für alle diese Leckereien wird man in der berühmtesten Konditorei in Erice, nämlich bei der Signora Grammatico.

Paceco


Dattilo & Napola (Paceco): Zwei kleine Fraktionen, die für ihre riesigen, rustikalen Cannoli weltbekannt sind. Der Teig ist besonders knusprig und die Ricotta-Füllung wird gröber gelassen und weniger gesüßt als sonst in Sizilien.

Nubia (Paceco): Der beste und bekannteste Knoblauch stammt aus Nubia. Ein kleiner und unscheinbarer Ort ganz in der Nähe der Salinen von Trapani und Paceco. Dort wächst versteckt zwischen den Häusern und anderer landwirtschaftlicher Grundstücke Knoblauch, viel Knoblauch und das besondere daran, er ist rot. Traditionell wird der Knoblauch in Zöpfen geflochten und gehört unabdingbar in das echte Pesto Trapanese.

San Vito lo Capo

San Vito lo Capo ist nicht nur bekannt für seinen schönen Strand, sondern auch für den traditionellen Couscous di Pesce (Fisch-Couscous), der das arabische Erbe der Küste widerspiegelt.


Castellammare del Golfo

Wer sich in der Gegend von Castellammare del Golfo aufhält, der sollte unbedingt einmal Rast machen in einer typischen Bar, denn dort gibt es die berühmten Cassatelle. Dabei handelt es sich um frittierte Teigtaschen, die mit Ricotta gefüllt sind.

Bild CustonaciWeb

Buseto Palizzolo

Die typische gedrehte Nudel mit dem Namen Busiata stammt tatsächlich historisch aus der gesamten Region Trapani. In dieser Region gibt es die Nudeln in verschiedenen Geschmacksrichtungen in jedem Souvenirshop und Lebensmittelgeschäft zu kaufen.


Poggioreale & Salaparuta

Im Valle del Belice wird ein Käse hergestellt, der einzigartig ist. Denn es handelt sich weltweit um den einzigen Schafskäse der von Hand geknetet wird. Die Vastedda della Valle del Belice ist rund, leicht säuerlich und ist hervorragend zum Überbacken geeignet, da er sehr gut schmilzt.

Bild Wikipedia

Fulgatore


Ein kleines Dorf im Hinterland, das für seine traditionelle Fleischerei-Tradition und die Salsiccia di Fulgatore (grobe Bratwurst mit Fenchelsamen) bekannt ist. Diese grobe Bratwurst mit Fenchelsamen ist zwar nicht jedermanns Geschmack, aber wer gerne etwas neues ausprobiert, der sollte sich diese Wurst einmal auf den Grill legen.

Bild CustonaciWeb

Custonaci

Um frittierte Süßspeisen kommt man in der Region Trapani nicht herum. Zu den Cassatelle und den Cannoli gesellen sich noch die Spincia di Custonaci. Ein weiches Hefegebäck, das mit Kartoffeln im Teig verfeinert ist und dem Gebäck einen besonderen Geschmack verleiht. Die frittierten Kringel werden nach dem Frittieren noch in Zucker und Zimt gewälzt.

Favignana (Ägadische Inseln)

Eine der drei vorgelagerten Inseln vor Trapani ist Favignana. Hier befindet sich das Zentrum der Tonnara-Kultur. Deshalb ist es naheliegend, dass Favignana berühmt für besondere Produkte aus Thunfisch ist. Beim Bottarga handelt es sich um getrockneten Thunfischrogen.

Beim Lattume di Tonno handelt es sich um die Samenblase (die männlichen Geschlechtsdrüsen) des Thunfischs. Er gilt als männliches Pendant zur Bottarga und ist eine typische Delikatesse der Region um Trapani. Die Lattume zeichnet sich durch ihren intensiven Geschmack aus und wird sehr geschätzt.

Die Ficazza hingegen ist eine Salami aus Thunfisch.


Pantelleria

Eine weitere Insel die zur Region Trapani gehört ist Pantelleria. Die abgelegene Vulkaninsel ist weltberühmt für ihre geschützten Capperi di Pantelleria. Die Kapern werden gesalzen und so haltbar gemacht. Außerdem ist Pantelleria bekannt für den süßen Likörwein Passito di Pantelleria.

Castelvetrano

In Castelvetrano kann man ein ganz besonderes Brot essen, nämlich das Pane Nero di Castelvetrano, ein dunkles, leicht süßliches Brot aus einer alten lokalen Weizensorte der Tumminìa. Das Brot wird über Olivenholz gebacken und erhält so zusätzlich ein besonderes Aroma.

Zudem ist Castelvetrano bekannt für seine weitläufigen Olivenplantagen, auf denen Olivenbäume der Sorte Nocellara del Belice angebaut werden. Diese Oliven haben einen sehr hohen Ölertrag. Es handelt sich um eine große und fleischige Olive, die gerne in Salzlake eingelegt wird und zum Aperitif serviert wird.


Alcamo

Alcamo kennt man vermutlich eher vom schönen Sandstrad. Dabei gibt es in Alcamo noch mehr zu entdecken, nämlich einen leckeren Weißwein, den Bianco d’Alcamo und die Purcedduzzi. Diese kleinen frittierten Teigbällchen, die mit Honig überzogen werden. Sie werden in anderen Städten anders genannt, es bleibt aber immer eine Spezialität aus Alcamo.

Mazara del Vallo

Weltweit geschätzt für die Tiefseegarnele Gambero Rosso di Mazara, der oft roh als Carpaccio gegessen wird und süßlich im Geschmack ist.

Calatafimi Segesta

Je weiter man vom Meer ins Landesinnere fährt, desto rustikaler wird es. Calatafimi ist bekannt für die Maccarruna (Maccaroni), eine mit einer feinen Stricknadel handgerollte Pasta, die traditionell mit einem reichhaltigen Wildschwein- oder Fleischragout serviert wird. Durch das Rollen des Teiges über eine Stricknadel bildet sich nach dem Abziehen der Nudel ein Loch, daher wird die Pasta Maccaroni genannt.

Salemi


Am 19. März feiert man den Josefstag und für diesen Tag werden die kunstvollen, rituellen Pani di San Giuseppe (Brote zum Josefsstag) gefertigt. Es handelt sich um kleine Skulpturen die auch im Brotmuseum in Salemi ganzjährig besichtigt werden können.


Außerdem kommen aus Salemi die besondere Pasta-Sorte Cavatieddi. Diese gibt es mit Rillen, also rigati oder ohne. Die Pasta im Bild wird über ein “rigagnocchi” gerollt, also ein typisches Holzbrettchen mit Rillen und erhält daher seine Form.

Matarocco

Matarocco ist eine Fraktion von Marsala und so groß wie ein Fliegenschiss auf der Landkarte. Aber etwas haben sie geschafft, nämlich eine ultralokale, sehr erfrischende Sommersauce. Sie besteht aus roh im Mörser zerstoßenen oder klein geschnittenen, reifen Tomaten, reichlich Knoblauch, Basilikum und bestem Olivenöl. Sie ähnelt dem Pesto Trapanese, wird aber traditionell ohne Mandeln zubereitet.

Petrosino

Der kleine Ort, der einst zu Marsala gehörte ist die weinbaustärkste Gemeinde Italiens. Die absolute Spezialität des Ortes ist die Produktion von exzellenten Weintrauben der Sorten Grillo und Catarratto. Die Trauben reifen und der der prallen Sonne direkt an der Küste.

Diese Trauben bilden das qualitative Fundament für den weltberühmten Marsala-Wein und erstklassige Schaum- und Likörweine.

Biscione

Biscione gehört zwar zu Petrosino, muss aber separat aufgeführt werden, da der kleine Fischerort für Meeresfrüchte und Seeigel Bekanntheit erlangt hat. Lokale Ikonen sind Pasta mit Seeigeln undFischsuppe.

Santa Ninfa

Frischer Schafsricotta kommt nicht nur als Santa Ninfa, hat sich aber hier einen Namen gemacht. Wenn in den Winter- und Frühjahrsmonaten Schäfer mit ihren Herden durch die abgeernteten Weinberge ziehen. Entsteht die Grundlage für den Schafsricotta. Der noch warme Ricotta-Käse gilt unter Einheimischen als Delikatesse und wird nicht nur ab Hof verkauft, sondern auch in größeren Supermärkten.

Frischer Schafsricotta gehört historisch und kulturell zum gesamten Belìce-Tal (Valle del Belìce) im Süden der Provinz Trapani, mit der Gemeinde Santa Ninfa als absolutem Zentrum.

Die Kleinstadt feiert das Schaf und seinen frischen Ricotta sogar jährlich mit einem eigenen großen Volksfest namens „Un giorno da pecora“ (Ein Tag als Schaf).

Valderice

Traditionelle Salsiccia artigianale (grobe Bratwurst) und Tomatenzubereitungen aus der lokalen Astrattu-Tradition. Astrattu ist ein aus an der Sonne getrockneten Tomatensoße hergestelltes Tomatenmark.

Campobello di Mazara

Nicht nur in Castelvetrano werden Olivenbäume der Sorte Novellara del Belice zu Hauf gepflanzt, auch in Campobello di Mazara wachsen diese Olivenbäume so weit das Auge reicht. Daraus wird hochwertiges natives Olivenöl Extra gewonnen.

Gibellina

Wem beim Ortsnamen Gibellina sofort die Erdbebenregion Gibellina Vecchia einfällt und sonst nichts, der sollte wissen, dass die Region auch bekannt für die Scirocco-Weine und den Melonenanbau für die Gelbe Melone ist.

Partanna

Aus Partanna kommt traditionell der Schafskäse, genauer gesagt, der Pecorino Siciliano. Ein herzhafter Käse, mit und ohne Gewürze verfeinert. Im Bild unten mit schwazren Pfefferkörnern.

Bild: Alcantara Formaggi

Vita


Eine winzige Gemeinde am Rand von Trapani, die für ihre traditionelle, bäuerliche Zuppa di Tagliolini con i legumi bekannt ist. Dabei handelt es sich um einen lokalen Eintopf mit hausgemachten Eiernudeln, Bohnen und Gemüse. Die Supper ist eng mit dem Patronatsfest zu Ehren der Madonna di Tagliavia im Frühjahr verbunden, welches meist im Mai stattfindet.

Das Besondere an der Version aus Vita ist die Verwendung von frischen, hausgemachten Eier-Tagliolini (oder Taglierini), die in einer reichhaltigen Brühe gekocht werden, die durch das Zerdrücken der Hülsenfrüchte sehr sämig wird.

Bild Giallozafferano

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