Mit dem Tretboot zur Insel San Pantaleo

Fälschlicherweise wird die Insel San Pantaleo auch Mozia genannt. Mozia ist aber eine antike Stadt die es einmal auf dieser kleinen Insel gab.

Die Insel ist für Archäologen immer noch sehr interessant, da die zerstörte Stadt nicht wieder aufgebaut wurde und somit die Reste der Phönizischen Stadt Mozia in ihrer Ursprünglichkeit nach wie vor existieren. Wer nun archäologisch nicht so interessiert ist, für den gibt es auf der Insel nicht besonders viel zu sehen, außer die üblichen Ruinen. Daher finde ich die Kombination mit dem Tretboot oder mit einem Segelboot dort hin zu fahren sehr reizvoll. Es ist nicht besonders weit, dass Wasser ist sehr niedrig, da die Insel zur Inselgruppe in der „Stagnone di Marsala“ gehört, also die Lagune, die vor Marsala liegt.

Die Insel San Pantaleo vom Tretboot aus betrachtet

Der beste Platz um ein Tretboot oder ein Segelboot zu mieten ist hier:

Jamakite – Kite School, C/da Spagnola 112/A – 91025 Marsala (TP) Sicilia ITALIA

Hier kostet das Tretboot für einen ganzen Tag, inklusive anschließendem Vesper und Getränk, 20€ pro Tretboot. Also wirklich ein Schnäppchen!

San Pantaleo ist eine Privatinsel, sie gehört Joseph Whitaker bzw. seinen Nachkommen. Seine Familie wurde unter anderem durch den Weinhandel den sie betrieben sehr reich. Joseph Whitaker allerdings liebte es die Vogelwelt zu studieren. Da die Familie in Palermo und Marsala niedergelassen war, kaufte er einfach die Insel, um in Ruhe seiner Leidenschaft frönen zu können, dass war 1888. Als er sah, was es dort noch an archäologischen Schätzen gab, widmete er sich den Ausgrabungen, die er dann in seinem Museum ausstellte, dass er extra auf der Insel errichten ließ. Auch wenn die Insel privat ist, man darf sie trotzdem besuchen und ausgegraben wird auch heute noch:

Aktuelle Ausgrabungen auf der Insel

Früher gab es einen Weg der von Marsala aus auf die Insel führte, so konnten die Bewohner bequem mit ihren Pferdewagen hinüber gelangen. Der Weg ist inzwischen aber ziemlich verfallen und daher ist er nur noch schwach zu erkennen und als solches nicht mehr nutzbar.

Wenn man mit dem Tretboot auf die Rückseite der Insel fährt (von Marsala aus gesehen), dann kann man sich zu einem schönen Picknick in einer Baumhöhle niederlassen, Wichtig! Boot gut festmachen:

Romantische Baumhöle auf der Insel San Pantaleo

Von hier aus, kann man auch einen Spaziergang ins innere der Insel machen und die Ruinen anschauen, was ja nicht besonders weit ist, denn die Insel ist wirklich ein Winzling.

Wenn man schon mit dem Tretboot unterwegs ist, dann kann man sich die anderen kleinen Inseln gerade auch noch anschauen. Wir sind zu viert und haben so genügend Kapazität um eine größere Runde zu drehen. So machen wir noch einen Schlenker zur Insel Schola. Eine kleine Insel, die wie der Name schon sagt, in römischer Zeit eine Schul-Insel war, auf der die Schüler nur zum Unterricht kamen. Außer den drei verfallen Häusern ist aber nichts weiter zu sehen:

Insel Schola

Die Insel hat schon einen etwas unheimlichen Eindruck gemacht und ein klares Foto wollte mir auch nicht gelingen. Das Wasser ist um die Insel sehr niedrig, man muss also auch noch aufpassen, dass man nicht mit dem Tretboot aufsitzt. Das kann einem aber in der ganzen Lagune passieren. Dann heißt es, alle Mann von Bord und schieben.

Nach all den Anstrengungen treten wir gemütlich zum Ausgangspunkt zurück und genießen unser pane cunzato mit einem frischen Bierchen, in dem herrlichen Garten von Gianluca:

Garten des Tretbootverleih von Gianluca

Wer lieber mit dem Segelboot eine Tour drehen möchte, der ist gut bedient, wenn er das Boot vorher reserviert. Sollte man sich aber für ein Tretboot entscheiden, dann tut man gut daran, auf die Windstärke zu achten, denn sonst wird es eine echt anstrengende Treterei.

Natürlich ist es auch möglich, z. B. an den Salinen von Marsala ein Ticket zu kaufen und mit anderen Touristen eine Rundfahrt um die Insel zu machen, diese sind uns auch immer wieder begegnet. Ich habe diese armen Menschen nicht beneidet, denn sie wurden pausenlos mit Lautsprecher beschallt und die Ruhe die das plätschernde Wasser eigentlich gibt, ist dahin.

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