Der Caffè Espresso und seine Variationen. Welche Kaffeevariationen können eigentlich aus einem Espresso entstehen?
Zum Urlaub in Italien gehört ein Caffè, denn der schmeckt im Urlaub meistens besser als zu Hause. Alle Italiener, einschließlich der Sizilianer, lieben Kaffee. Italienkenner wissen, dass man nur bis 12 Uhr einen Cappuccino trinkt. Alle, die ihn danach bestellen, outen sich als Ausländer. Wohingegen ein Espresso immer getrunken werden kann.
Italien wird auch als Mekka des Kaffees bezeichnet. Im Prinzip handelt es sich nur um 7 g Kaffee, aus dem die gängigsten Kaffee-Variationen gezaubert werden. Mal wird der Kaffee verdoppelt, mal das Wasser oder unter Zugabe von Milch und Milchschaum entstehen die tollsten Kaffeespezialitäten.
Tauchen wir also ein in das Geheimnis der besagten 7 g Kaffee, der die Basis für einen perfekten Espresso ist und welche Espresso-Variationen daraus entstehen.

Der Caffè Espresso und seine Variationen
Caffè Espresso
Beginnen wir mit der kleinsten Kaffeeeinheit, dem Espresso. Ein perfekter Espresso wird auf den Krümel genau aus 7 g Kaffee und 25 ml Wasser gekocht. Serviert wird er traditionellerweise in einer dickwandigen Espressotasse aus Porzellan. Denn 25 ml kühlen schnell aus und wer will schon einen kalten Kaffee trinken? Aus kaltem Kaffee werden andere Kaffeespezialitäten hergestellt, dazu aber später mehr.
Übrigens, die vollständige Bezeichnung für einen Espresso ist caffè espresso und wird der Einfachheit halber nur Caffè genannt. Daher hört man in einer Bar keinen Italiener einen Espresso bestellen, sondern immer nur einen Caffè.
Espresso Lungo
Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim Espresso Lungo um einen langen Espresso, also einen Espresso, der mit der doppelten Wassermenge eines Caffè Espresso gebrüht wird. Dieser Caffè ist eher für die zart besaiteten unter uns gemacht.
Espresso Ristretto
Ristretto bedeutet eingeschränkt. Eingeschränkt in der Wassermenge, aber keinesfalls im Geschmack. Denn der Espresso Ristretto wird nur mit 15 ml Wasser und der gleichen Kaffeemenge wie beim Caffè Espresso gebrüht. Nichts für weichgespülte, hier dürfen nur Blutdruckstarke Typen an die Tasse. Ideal für alle, die morgens länger brauchen, um aufzuwachen.
Espresso Doppio
Doppio = Doppelt. Ein doppelter Caffè Espresso, was die Menge an Wasser und die Menge an Kaffeepulver angeht, also einfach alles doppelt. Genau richtig für Kaffeetrinker, denen die Pfütze in der Tasse immer viel zu wenig ist.
Espresso Corretto
Corretto = richtig / korrigiert. Wer diesen Caffè wohl erfunden hat! Hier handelt es sich um einen korrigierten Espresso, also einen Espresso, der mit einem Schuss Grappa, Weinbrand oder Likör korrigiert wird. Vielleicht war ein Italiener einmal im Winter im Norden.
Espresso Macchiato
Macchiato bedeutet befleckt oder fleckig. Was kann also einen Espresso beflecken? Die Milch! Für einen Espresso macchiato wird dem Espresso einen kleinen Schluck Milch hinzugegeben und wenn es der Barmann gut meint, dann krönt er den Espresso noch mit einer kleinen Haube Milchschaum.
Espresso Marocchino
Der Espresso marocchino, also der marokkanische Espresso, ist etwas für Leckermäuler, vor allem die abgewandelte Variante Marocchino Bicerin. Der Espresso Marocchino wird ausnahmsweise in einer Glastasse serviert und nicht in einer Porzellantasse. Ist der Caffè Espresso in der Tasse, dann wird eine Schicht Kakaopulver auf den Espresso gestäubt und erst jetzt Sahne dazu gegeben und als Abschluss wieder mit einer Schicht Kakaopulver bestäubt.
Bei der abgewandelten Variante, Marocchino Bicerin kommt auf den Boden der Tasse zuerst ein wenig geschmolzene Schokolade und dann wird weiter verfahren wie oben beschrieben.

Cappuccino
Jetzt kommen wir endlich zum heißgeliebten Cappuccino, der als der Renner beim Frühstück gilt. Der Cappuccino, also der “kleine Kapuziner” hat seinen Namen von den Kapuzinermönchen, da er in seiner braunen Farbe den Kutten der Kapuziner ähnelt.
Der Cappuccino wird aus drei Teilen hergestellt: einem Drittel Espresso, einem Drittel heißer Milch und einem Drittel Milchschaum. In der Regel wird man danach gefragt, ob mit Kakao oder ohne.
Latte Macchiato
Der Latte Macchiato, also die gefleckte oder fleckige Milch, ist die leichtere Version des Cappuccinos, denn der Latte Macchiato besteht zu zwei Dritteln aus heißer Milch. Er wird in drei Schichten in einem Glas serviert. Die unterste Schicht ist die heiße Milch, dann wird der Milchschaum dazu gegeben und durch den Milchschaum wird ein Espresso gegossen. Da die Milch durch ihren Fettanteil eine höhere Dichte hat als der Espresso, bleibt der Kaffee auf der Milch. Erst durch Rühren vermischt sich der Kaffee mit der Milch.
Da dieses Getränk einen hohen Milchanteil hat, wird auch der Latte Macchiato nur vormittags zum Frühstück oder als Pausengetränk getrunken.
Caffè Latte
Der Caffè Latte, also der Milchkaffee, besteht aus einem doppelten Espresso und heißer Milch. Er wird in einer großen Tasse, meist ohne Milchschaum, serviert.
Americano
Diesen Namen sollten sich alle merken, die im Italienurlaub nach einem “deutschen Kaffee” lechzen. Oft ist ihnen der italienische Caffè zu stark, zu wenig oder sonst etwas. Denn der Americano ist ein ziemlich verwässerter Espresso. Dem Caffè Espresso wird nämlich die gleiche Menge heißes Wasser zugefügt, wie Caffè, also 25 ml Caffè und 25 ml heißes Wasser.
Bei der Zubereitung ist aber darauf zu achten, dass man nicht einfach mehr Wasser für die Kaffeezubereitung verwendet, sondern erst hinterher das heiße Wasser zu einem echten Caffè dazu gibt. Er ist für viele der Ersatz für einen altmodischen Filterkaffee.
Caffè Freddo
Auch ein Caffè Freddo wird aus Espresso gemacht. Wie dieser und der ebenfalls aus Espresso hergestellte Caffè crema zubereitet werden, habe ich bereits in einem anderen Post beschrieben.
Die Frage nach der Zubereitung des Caffè Espresso
Wie wird eigentlich ein perfekter Caffè Espresso gebrüht? Heutzutage schwören viele auf eine Padmaschine oder einen Kaffeevollautomaten. Mir ist beides unsympathisch. Ich bereite meinen Kaffee seit immer mit einer Caffettiera zu. Meiner Meinung nach der beste Caffè, denn dieser Caffè kommt dem in einer Bar am nächsten. Außerdem ist schon die Zubereitung selbst eine Art Zeremonie. Wenn dann der Caffè fertig ist und die Caffettiera ihre typischen Blubbergeräusche von sich gibt, dann fängt der Tag gut an.
