Matarocco – Ein Stadtteil und ein Gericht

Wer glaubt, dass Tomaten nur gekocht als Soße mit Pasta gegessen werden, der irrt.

Marsala, die westlichste Stadt auf Sizilien, bekannt durch die Landung von Garibaldi und ihren Marsalawein, auch der archäologische Park am Kap Boeo ist vielen bekannt. Marsala ist eine große Gemeinde mit über 83.000 Einwohnern. Das Besondere sind die kleinen Siedlungen, davon gibt es inzwischen über 100. Diese Siedlungen oder Weiler haben keinen wirklichen Ortskern und liegen meist entlang der Straßen, sie schließen auch oft nahtlos aneinander an. Deshalb hat Marsala selber eigentlich auch nur ein kleines zusammenhängendes Stadtzentrum in dem sich die Geschäfte wie Parfümerien, Boutiquen etc. befinden. In den Weilern gibt es auch Geschäfte, aber nur die Wichtigsten wie Bäcker, Metzger, Friseur und Bars etc..

Vom Gericht zum Ortsnamen

Eine Siedlung von Marsala heißt Matarocco und liegt etwas höher gelegen über Marsala. Matarocco hat ihren Namen von einem Gericht erhalten, das die Grundlage für Pasta oder Bruschetta ist. Da die Marsaleser aus dem Stadtteil Matarocco sehr stolz darauf sind, wird sogar ein sizilianisches Folklorefest dem Gericht zu Ehren gefeiert. Das 2-tägige Fest findet in der Regel Ende August statt und lohnt sich wirklich einmal anzusehen.

Es werden sizilianische Tänze aufgeführt, in denen alte Bräuche dargestellt werden, man kann sizilianische Karren bewundern und viele Spezialitäten probieren. Das Fest dauert in der Regel zwei Tage.

Das Rezept

Aber nun zum typisch Marsalesischen Rezept. Die Basis für die Pasta col matarocco oder Bruschetta col matarocco ist wirklich simpel.

Basiszutaten für das Original für 4 Personen:

8 reife Tomaten
2 Knoblauchzehen
1 Bund frisches Basilikum
Salz, Pfeffer, Olivenöl
480 g Casarecce* oder andere kurze Nudeln

Zubereitung:

Tomaten vorbereiten: Die Tomaten waschen und schälen. Dazu die Tomaten mit heißem Wasser übergießen und kurz stehen lassen. Danach lassen sich die Tomaten leicht schälen.

Aus den Tomaten die Kerne und überschüssiges Wasser durch Ausdrücken entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden.

Die Gewürze zerkleinern: Im Mörser oder in einem Mixer den Knoblauch und die Basilikumblätter zusammen mit dem Salz, dem Olivenöl bei niedriger Stufe zu einer Creme pürieren.

Jetzt die gewürfelten Tomaten in eine Schüssel geben, das Knoblauch-Basilikum-Pesto unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Ruhezeit und Verwendung: Den Matarocco mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen, damit sich die Aromen entfalten können, dann als Nudelsoße über eine gekochte Pasta geben oder auf geröstetem Brot servieren.  

Matarocco als Vorspeise

Wer eine Vorspeise daraus machen will, der macht Bruschetta col Matarocco und röstet entweder Brotscheiben an, oder lässt diese einfach so und richtet die Brotscheiben mit den Basiszutaten an.

Kleiner Tipp: Geröstete Brotscheiben weichen nicht so schnell durch wie ungeröstete. Wer Knoblauch gerne mag, der kann die gerösteten Brotscheiben vor dem Belegen noch mit einer Knoblauchzehe einreiben. Das geht am besten bei geröstetem Brot, da die Brotscheiben durch das Rösten rau geworden ist und wie eine Reibe fungiert.

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