Mit dem Bus nach Palermo

Zwischenzeitlich habe ich mich an die Fahrkünste der Sizilianer gewöhnt. Ebenso die Schlaglöcher, die fehlenden Verkehrszeichen, nicht funktionierende Ampeln und das Auffahren auf die Stoßstange bis auf Millimeter. Aber trotz allem, in Palermo fahre ich nicht Auto, hier braucht es noch ein paar Fähigkeiten mehr als das was man einst in der Fahrschule gelernt hat, nämlich Ellenbogen die mein Auto (noch) nicht hat.

Also nehme ich den Bus. Der fährt von Marsala Bahnhof direkt nach Palermo, sechs mal täglich hin und sechs mal täglich zurück. Für 9,60 € pro Person und Strecke darf man dann einsteigen. Bis zur Auffahrt Autobahn gibt es ein paar Zusteigemöglichkeiten, daher muss man das Ticket auch vorher kaufen, mit welchem man nämlich seine Platznummer erhält, ähnlich wie im Flugzeug.

Auf der Hinfahrt hatte ich auch einen Logenplatz:

Platz Nr. 4 mit bester Aussicht

Die Fahrt ist total bequem in einem Bus mit Laminatfußboden, Klima und bequemen Sitzen, jedoch ohne Klo, aber trotzdem kann man nicht meckern. Allerdings habe ich Beste Sicht zum Busfahrer und um den mache ich mir ja schon ein paar Sorgen. Er kaut ständig an seinen Fingernägeln rum und ich denke mir, auweia, wenn wir jetzt in einen Stau kommen, die Fingernägel sind eh schon runter genagt, was macht er dann? Kaut er dann am Finger? Ne, ich will nicht darüber nachdenken. Ich denke lieber darüber nach, was ich in Palermo alles machen will.

In Palermo dann nach ca. 2,5 stündiger Fahrt angekommen, nichts wie auf die Piste. Also in die Einkaufsmeile. Der Bus hält auch in Palermo an verschiedenen Haltestellen, Endstation ist aber hinter dem Hauptbahnhof, was sehr praktisch ist, denn da ist man bereits im Stadtzentrum. Von hier aus nur die Straße Via Roma, gerade aus Richtung Norden und schon hat man Geschäfte rechts und links in Hülle und Fülle. Es gibt aber noch weit mehr Straßen mit noch mehr Geschäften.

Eine beliebte Einkaufsstraße, die Via Ruggiero Settimo
Die Via Ruggiero Settimo ist sogar zur Fußgängerzone geworden

Es ist bereits Mittag als wir ankommen und so entdecken wir beim Blick nach links dieses hübsche Restaurant:

Ansprechendes Restaurant in Palermo in einer Seitengasse

Praktischerweise ist die Speisekarte direkt auf die Tischdecke gedruckt, so dass wir gleich entscheiden können, ob es was für unseren Geschmack gibt:

Die Speisekarte direkt auf der Tischdecke, dass nenn' ich mal praktisch!

Und das gibt es. In Anbetracht dessen, dass wir ja anschließend noch ordentlich bummeln wollen, haben wir uns für Kohlenhydrate entschieden:

Pasta. Was sonst!Das Essen ist lecker, die Kellner zuvorkommend, aber leider nur bis zur Bestellung, anschließend sind sie nicht mehr gesehen worden, weder beim fehlenden Salat, noch beim Dressing für den Salat. Naja, gegen Ende der Saison sind die Touristen halt lästig.

Aber nichts desto trotz, wir machen uns anschließend auf den Weg in die Geschäfte. Palermo ist außerdem voll von historischen Gebäuden und Kirchen, ohne sie auch nur suchen zu müssen, man kommt automatisch an ihnen vorbei.

Da gibt es zum Beispiel das Stadttheater Massimo mit dem Charm vergangener Zeiten, innen wie außen:
Das Theater Massimo
Es gibt wirklich so viel in Palermo zu sehen, da muss man sich entscheiden und es würde dafür auch nicht nur ein Tag ausreichen, um alles anzuschauen, geschweige denn ein paar Stunden. Entweder Kultur oder bummeln und wir haben uns eindeutig fürs bummeln entschieden.

Pferdekutschen die es schon seit jeher gibt, sind auch an jedem wichtigen touristischen Knotenpunkt zu finden. Wenn dann der Kutscher her kommt, die Hand ausstreckt, sich als Giovanni vorstellt und sagt: „Darf ich dich was fragen?“ Dann weiß man ganz genau, er sucht nur einen plumpen Grund, um ins Gespräch zu kommen, denn er will nur seine Tour verkaufen. Mir tun diese armen Pferde leid, daher mache ich das auch nicht und sage dann immer: „Oh danke, aber ich habe gerade eine Fahrt gemacht.“ Und zack, ist der auch schon wieder weg!

Pferdekutschen stehen bald an jedem Eck

Besser wäre dann schon das Gefährt, aber da war kein Fahrer da:

Ist das nun ein Tucktuck oder eine umgebaute Ape?
Ist das nun ein Tucktuck oder eine umgebaute Ape?

Ich bin mit meiner Tochter unterwegs, da heißt es ganz klar, von einem Geschäft zum anderen zu ziehen und gucken und kaufen. Eigentlich wäre so ein Pferdegespann gar nicht schlecht, sollte halt vor den Geschäften warten und die Tüten dann aufnehmen. Aber das einzige was ich wirklich ausnütze bis zum letzten Tiegel, dass ist ein Geschäft, dass Schminke verkauft. Hier lassen wir uns beraten und testen dann auch die Produkte bis wir perfekt geschminkt das Geschäft verlassen. Aber es war ja nicht so, dass wir nur probiert haben, wir haben auch eingekauft:

Zurück geht es natürlich wieder mit dem Bus, der bereits auf uns wartet. Es ist seit Jahren wieder das erste mal, dass ich mit dem Bus nach Palermo gefahren bin. Es war wirklich sehr entspannend und werde es bald wieder tun, schließlich ist in ein paar Wochen Weihnachten 😉

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