Die Insel Favignana

Die Insel Favignana oder eine der drei Schwestern der Ägadischen Inseln im Mittelmeer vor der Westküste Siziliens

Vor einigen Jahren habe ich bereits einen Artikel über die Insel Favignana verfasst. Aber Favignana besteht nicht nur aus der Cala Rossa, Cala Azzurra und wie die schönen und berühmten Strände alle heißen.

Die Insel Favignana hat nämlich zwei Seiten. Eine Seite befindet sich vor dem Berg Santa Caterina mit der Burgruine auf dem Gipfel, also da wo auch der Ortskern mit dem gleichen Namen von Favignana liegt. Die andere Seite befindet sich hinter Santa Caterina und ist meiner Meinung nach mindestens genauso schön, wenn nicht schöner, aber jedenfalls viel ruhiger und weniger besucht.

Wie immer, wenn ich auf Favignana bin, miete ich mir ein Fahrrad, kein Elektrobike* und keine Vespa, sondern ein stink normales Fahrrad. Mit allen Konsequenzen die es mit sich bringt, wie Anstrengungen, Hinternschmerzen und späterem Muskelkater. Mich nerven diese lauten Roller schon in dem Ort wo ich wohne und weigere mich strikt, auch wenn es noch so bequem wäre, einen Roller zu mieten.

Die Fähre kommt gegen 13 Uhr an, die einzigen die ihren Laden noch offen haben, dass sind die Vermieter direkt am Hafen. Also miete ich mir dort einen weißen Drahtesel und los geht’s. Die Sonne steht senkrecht über mir und es ist klar, es wird ein heißer und anstrengender Tag werden.

Der Hafen von Punta Lunga

Bevor ich aber auf die andere Seite von Favignana wechsel, mache ich noch einen Abstecher am Hafen von Punta Lunga, der Hafen hat einfach was schönes aus vergangen Tagen. Sollte ich einmal im Lotto gewinnen, dann kann man mich auf jeden Fall hier finden 🙂

Um auf die andere Seite des Berges zu gelangen, muss man durch den Tunnel fahren. Die Leihfahrräder haben aber nur das nötigste. Vermutlich haben die Vermieter gedacht, es ist klüger einen Korb* an die Lenkstange zu montieren, als ein Licht, also fahre ich wie immer außen herum. Die ehemalige Straße die früher auf die andere Seite des Berges führte, also damals, als es noch keinen Tunnel gab, ist auf Grund von Steinschlaggefahr gesperrt und darf nicht mehr benutzt werden.

Die andere Seite der Insel

So sieht die Straße dort aus und nun versteht man vielleicht, warum sie gesperrt ist. Um die Straße überhaupt benutzen zu können, muss man sein Fahrrad um die Absperrung herum schieben:

Ich denke mir aber, die Gefahr in einem unbeleuchteten Tunnel ohne Licht über den Haufen gefahren zu werden, ist um ein vielfaches größer, als bei Hitze von einem Stein erschlagen zu werden. Also fahre ich trotzdem die gesperrte Straße um Santa Caterina herum und habe so auch die Gelegenheit ein paar unschlagbar tolle Fotos zu schießen.

Für die abgesperrte Straße soll das jetzt aber keine Werbung sein. Es gilt: Benutzung auf eigene Gefahr!

Cala del Passo

Hat man die zweite Absperrung überwunden, gibt es links direkt neben dem Hotel einen schmalen, aber steilen Pfad, der direkt zum einsamen Strand von Cala del Passo führt;

Punta Sottile

Auf der anderen Seite angekommen, fahre ich in Richtung Leuchtturm der sich am Punta Sottile befindet. In dieser Gegend gibt vereinzelt Häuser und ein Netz aus alten Mauern die sich durch die Landschaft ziehen. Die Straße ist abschüssig und so ist es sehr angenehm unter der glühenden Sonne an den Punta Sottile zu radeln.

Von hier aus hat man den direkten Blick auf die Insel Marettimo die in ca. 16 km Entfernung liegt. Auf der anderen Seite kann man auf die Insel Levanzo blicken. Der Leuchtturm selbst ist ein Militärhafen und kann nicht betreten werden.

Endlich Pause

Ich fahre, bzw. schiebe mein Fahrrad weiter in Richtung Cala Grande. Hier wurde am Meer entlang irgendwann einmal Kiesel aufgeschüttet und nun muss man sein Fahrrad schieben, da ist nichts mit radeln. Die Sonne brutzelt inzwischen so auf mein Haupt, dass ich mich wirklich nach einem Schattenplatz umschauen muss.

Bei meinem letzten Besuch gab es an der Cala Grande noch eine Bar. Heute gibt es immer noch eine Bar, aber die wird gerade renoviert. Seit dem Virus ist alles noch etwas in den Startlöchern, denn Gäste gibt es augenscheinlich auch noch nicht viele. Der Strand ist noch mit toten Algen bedeckt und die kleine freie Fläche wird von ein paar anderen Touristen belegt.

So suche ich mir ein Plätzchen etwas abseits und quetsche mich in den schmalen Schatten den ein Stein abwirft. Es ist höchste Zeit für eine Pause und ein kleines Mittagessen.

Weiter geht’s

Nachdem ich mich gestärkt habe, meine Füße im warmem Wasser gebadet und meinen Hintern ausgeruht habe, radle ich weiter durch einen kleinen Pinienwald zurück Richtung Ortskern von Favignana.

Ich muss immer wieder anhalten und Fotos machen, es gibt so viel schönes zu sehen, denn mir gefällt die Gegend einfach wesentlich besser als die andere Seite von der Insel Favignana.

Der Strand von Favignana

Zurück über die gesperrte Straße, gebe ich mein Fahrrad ab und lege mich noch etwas an den Strand. Es ist unglaublich, wie ein schlechtes Fahrrad einem den Allerwertesten malträtieren kann. Hinter dem Fährhafen von Favignana gibt es einen kleinen Sandstrand, der ideal ist, um meinem geschundenen Hintern etwas Ruhe zu gönnen.

Die letzte Fähre

Nun wird es Zeit die letzte Fähre zu nehmen, denn wer die letzte Fähre verpasst, der muss auf der Insel bleiben. Und, im Moment noch etwas ungünstig ist die Situation, dass in der Fähre nur jeder zweite Platz belegt wird, dem Virus sei Dank. Wer also nicht schon beim Kauf der Fahrkarten die Fahrt für die Rückfahrt hinzu bucht, der geht das Risiko ein, keinen Platz mehr zu bekommen, denn die Inselbewohner haben immer Vorrang.

Die Lage der Inseln

Die größte und am nächsten gelegene Insel von Sizilien ist die Insel Favignana. Gleich nebenan liegt die Insel Levanzo und weit hinter Favignana befindet sich die Insel Marettimo.

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